Sonntag, 26. September 2010

Ein Ende ist in Sicht, der Anfang folgt und die beste Schokolade der Welt!


Die Woche hat damit begonnen, dass ich Montag mal wieder bei milden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein zur Uni geradelt bin. Dieses Mal mit Leon, der nach 10 Wochen Uni bemerkt hat, dass jeden Tag bis 11 Uhr schlafen nicht unbedingt die beste Variante ist, um die assignments relativ stressfrei fertig zu kriegen :-)
Für mich gab’s dann 2 Vorlesungen (Sport und Ernährung, Ausdauertraining) und dann ging’s kurz ins Unigym. Da musste ich noch schnell ein Formular unterschreiben, um endlich Geld vom Schiedsrichterdasein zu bekommen. Ansonsten war es (nicht nur wegen des Wetters) ein angenehmer Tag. Ich bin gegen 16 Uhr nach Hause und hab mal ein wenig relaxt. Es war seit langem ein Tag, bei dem ich nicht bis abends in der Uni gesessen habe, sondern den Nachmittag genießen konnte. Eigentlich hätte ich an den nächsten assignments basteln können, aber so ne Pause tat auch mal gut. Als ich dann zuhause war, wusste ich vor Schreck gar nicht, was ich machen soll vor Langeweile :-D
Vorher hatte ich mit Idwer allerdings ausgemacht, mal was für unsere Fitness zu tun. So waren wir gemeinsam ne große Runde laufen, bevor es dann zum ersten gemeinsamen Abendessen seit 3 Wochen ging. Danach haben wir – schon fast ein wenig traditionell – Man vs Wild mit Bear Grylls geschaut. Ich bin dann ausnahmsweise mal etwas früher ins Bett gegangen. Kann man sich ja auch mal gönnen.
Dienstag: Ausschlafen, bei gutem Wetter zur Uni fahren, 1 Vorlesung, dann bis kurz vor 7 warten, um mal wieder den Unparteiischen zu mimen (bis dahin, hab ich mich an meine assignments gesetzt).

Mittwoch stand dann endgültig mein Vortrag zur Schulterverletzung und dem dazugehörigen Rehaprogramm an und…..es hat gar nicht weh getan!! :-) Ne Note habe ich noch nicht bekommen, aber ich denke mal, dass ich das ganz gut über die Bühne gebracht habe. Danach ging’s gleich weiter mit einem erneuten Experiment in Sportmotorik. Dieses Mal nicht ganz so lustig (also irgendwie doch), aber nicht weniger interessant als die letzten Male. Wir mussten mit verbundenen Augen mit dem Unterarm einen (vorher ausgetesteten) Gelenkwinkel reproduzieren. Also den Arm möglichst exakt genausoweit einwärts drehen, wie es uns vorher gezeigt wurde. Der Sinn des Ganzen: motorisches Gedächtnis und „Gedächtnis der Muskeln und seiner Strukturen“. Als ich damit fertig war, hab ich dem Reisebüro einen Besuch abgestattet. Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich ab und zu noch Dinge, die im Internet teurer sind, als im „echten Laden“. Naja, jedenfalls hab ich meinen Flug von Melbourne nach Auckland am 4.12. und den Rückflug von Christchurch nach Sydney am 29.12. gebucht. Was heißt das (abgesehen von weniger Geld auf dem Reiskonto ;-) )?!?! Richtig, 3 ½ Wochen Reisespaß mit Lars, Robert und Jasmin in Neuseeland und außerdem Silvester in Sydney!!!! Mal schauen, wie das wird.

Am Nachmittag wollte ich dann eigentlich noch ne Runde laufen, aber nach 15min haben sich meine Beine für eine Pause entschieden. Die Snake-Track geht zwar mit dem Rad inzwischen deutlich leichter, aber die Beine brauchen dann wohl doch mal eine wohlverdiente Pause. Abends ging es für mich dann noch in den Irish Pub – allerdings aus „beruflichen“ Gründen. An diesem Abend war dort eine Veranstaltung der ESSA (Exercise & Sports Science Australia). Eine gute Gelegenheit um Kontakte sowohl zu den Kommilitonen als auch zu anerkannten Sportwissenschaftlern aus Australien zu knüpfen – wer weiß, wozu man das nochmal brauchen kann.
Donnerstag gestaltete sich folgendermaßen: Ausschlafen (bis 9), gegen 12 in die Uni, Flugticket abholen, tutorial, die ersten 2 assignment-Ergebnisse erfahren, mit denen ich unzufrieden bin, nach Hause, gesundes Abendbrot, gegen 10 todmüde ins Bett.
Freitag war der einzige Tag der Woche, an dem ich mal nicht mit dem Fahrrad in die Uni gefahren bin – und ich sollte es noch bereuen. Passiert ist erst mal nichts Besonderes. Mails checken, am assignment basteln und, wie gewohnt, abends zum Fußball gehen. Das hat mal wieder richtig Spaß gemacht und war ein guter (sportlicher) Ausklang des Abends – dachte ich. Da ich mit Idwer mitgefahren bin, musste ich auch wieder auf ihn warten, um nach Hause zu kommen. Um es kurz zu machen: Ich war 2.30Uhr im Bett, bin gegen 3Uhr eingeschlafen (weil die Dutchies sich dazu entschlossen hatten, Waschmaschine und Geschirrspüler nachts anzumachen, um vermutlich 10 Cent zu sparen) und Idwer hat mehr Filme heruntergeladen, als am Unizeug gearbeitet. Den Fehler werde ich bestimmt (oder hoffentlich??) nicht noch mal machen.

Eigentlich sollte es mich ja nicht stören, so spät ins Bett zu gehen – wenn ich nicht um 7 Uhr aufstehen müsste! Nach 4 Stunden Schlaf und kurzem Frühstück ging es allerdings zu Ben und Co, um mit der ganzen Familie nach Hobart zum Salamanca Market zu fahren – dem berühmtesten Wochenendmarkt der ganzen Insel. Nach 2,5 Autostunden, in der Rückbank eingeklemmt zwischen den Kindersitzen von Jessica und Gabby und zahlreichen Runden „Ich sehe was, was du nicht siehst“ und Zauberei später sind wir im verregneten Hobart angekommen. Doch nach einem typischen „Ben’schen Hobart-Frühstück“ (was aus deutscher Bratwurst und einem Pint Guiness besteht) kam dann auch die Sonne heraus. Dann sind wir knappe 1,5h über den Markt geschlendert und ich habe mich auf die Souvenir- und Mitbringsel-Jagd gemacht. Und an alle, die sich Hoffnungen machen: Ich war erfolgreich. ;-)
Zum Mittag haben wir uns mit Freunden von Ben und Sarah in einem griechischen „Fastfood“-Laden getroffen. Das Essen war klasse, die Freunde supernett, aber das Beste kommt noch: John, einer der beiden Freunde, hat seine eigene Schokoladenproduktion und er hat einige seiner Köstlichkeiten mitgebracht und…Tom, ich muss leider (nein, eigentlich nicht leider) sagen: Es war die beste Schokolade, die ich je gegessen habe. Da kann auch keine Milkaschokolade mithalten!!! Nach dem Schokoladenhochgenuss ging es dann mit vollem Bauch zu weiteren Freunden, die etwas außerhalb von Hobart wohnen. Dort gab’s dann ein Willkommensbier sowie gute und gemütliche 2h. Gegen 18.30 waren wir dann wieder zuhause angekommen, ich total KO, aber glücklich, über einen mehr als gelungenen Tag!!
Den typischen Sonntag mit Ausschlafen, Kakao, Toast und Bundesliga-Fußball gab es dieses Mal nicht (Nein, die Dutchies haben sich nicht um 7Uhr morgens zum Staubsaugen entschieden). Ich war um 10.15Uhr mit Ben zu einer Radtour verabredet, die mich noch in einen großen mentalen Kampf verwickeln sollte. So gab’s also nur Toast und Spiegelei und dann ging es zu Ben. Ziel war die Notley Fern Gorge in 27km Entfernung. Eigentlich nicht das größte Problem – dachte ich! Doch leider hatten wir uns den bisher wohl windigsten Tag meines bisherigen Tassie-Aufenthalts ausgesucht. Zudem war es hügelig ohne Ende, mein Hintern hat geschmerzt und meine Beine haben schon nach 5min gebrannt. In den ersten 20min haben sich meine Gedanken, ehrlich gesagt, nur noch darum gedreht, wann ich wieder umkehre. Doch als ich Ben vor mir habe strampeln sehen, habe ich mir gesagt: Das packst du. Nach 1h haben wir den sauwindigen Highway verlassen und ich habe Ben gefragt, wie weit es noch ist. „Vielleicht 5-6km!“, bekam ich als Antwort. Der Wind war weg, aber es ging nur noch bergauf. Kurz vor dem Ziel hat uns dann Sarah mit Kindern und Hund überholt, mit denen wir uns vorher in der Gorge verabredet haben. Am Ende haben wir 1:40h gebraucht und die angeblichen 5km waren tatsächlich noch 13km!!!! Zum Glück wusste ich das nicht vorher. Meine Beine waren wie Pudding und auf den Rückweg hab ich mich mal so gar nicht gefreut ;-)
Zunächst ging es allerdings durch die Gorge, mal wieder ein Naturspektakel in Tasmanien. Kleines Highlight (zumindest für Familie Pyka) war der nasse Fuß, den ich mir geholt habe, als ich ein Foto von einem Bach aus der Nähe machen wollte und der Stein dann doch nicht so stabil war :-D
Nach einer guten Stunde und gut gestärkt, haben Ben und ich uns auf den Rückweg gemacht und – zu unserem Erstaunen, aber noch größeren Erleichterung – ging es schneller als gedacht. Die ersten 13km (Bens geschätzte 5km :-) )ging es fast nur bergab und der Wind hatte sich auf unsere Seite gestellt. Nach 1:20min waren wir dann zuhause und stolz auf uns!!! Leider hat Bens Knie die ganze Tour nicht optimal überstanden, aber ansonsten war es eine anstrengende, aber interessante Radtour, die mich an meine mentalen Grenzen geführt hat. Abends hab ich mir eine ausführliche heiße Dusche gegönnt und eine Nudelpfanne gemacht. Die Woche hat dann mit einer interessanten Dokumentation über englische Ärzte, die sich selbst zu Laborratten auf dem Mt. Everest erklärt haben, dem F1-Nachtrennen in Singapur und „GoodBye Lenin!“ (im australischen TV) geendet, bevor es Montag in die drittletzte Vorlesungswoche ging!

Ach ja, Freitag habe ich noch meine Klausurtermine erfahren. Diese sind wie folgt:

Mittwoch, 27.10.10, 13-15Uhr Exercise Physiology & Nutrition
Freitag, 29.10.10, 13-16Uhr Injury Prevention & Management
Montag, 01.11.10, 9-11Uhr Exercise Assessment & Prescription

Anfang November hab ich das Kapitel UTAS also auch hinter mir gelassen. Da die Dutchies ihre letzte Klausur allerdings am 9.11. haben, bleiben wir noch bis dahin in der Wohnung, um dann allerdings schnellstmöglich Richtung Melbourne zu verschwinden. Ich kann es nicht erwarten, sag ich euch!!! :-)

Gehabt euch wohl,
Martin


P.S. Für die Filminteressierten unter euch hier eine kleine Auswahl der Filme, die ich hier geschaut habe: Karate Kid, Mc Gyver, Blood Diamond, Last King of Scotland, Fight Club, Touching the Void, GoodBye Lenin, Kick Ass, EuroTrip, Cop Out, Blades of Glory, Employee of the Month, Green Zone, Die Hard 4.0, Public Enemies, Superbad, der blutige Pfad Gottes, Anchorman, Dodgeball, The Bank Job, Year One, Dont mess with the Zohan, Jumper und und und

Sonntag, 19. September 2010

Assignments ohne Ende, wieder mal eine neue Karriere und der beste Burger, den ich je hatte!



Da bin ich wieder mit meiner aktuellen Wochenzusammenfassung. Da will ich euch auch gar nicht lange auf die Folter spannen und lege gleich mal los. Zusammenfassend kann man sagen, dass ich halbwegs sportlich aktiv war und es dennoch eine richtige „Uniwoche“ war:
Montag gab’s 2 Vorlesungen zum Thema ‚Sport und Ernährung‘, was sehr interessant war, da wir das in Leipzig nicht behandeln. Abends war ich dann noch 45min laufen, was mir (und meinem Körpergewicht) wohl ganz gut tun wird. Ich hoffe, dass ich das in den nächsten Wochen etwas öfter schaffe.
Dienstag hätte ich ja eigentlich ausschlafen können, da ich meinen Anteil an der Klimastudie ja letzte Woche abgeschlossen hatte. Dennoch war ich wieder um 9 in der Uni: Dieses Mal war ich die Laborratte für Grant, der nochmal für sein prac exam am Donnerstag üben wollte. (die Fitnesstests, die ich letzte Woche gemacht habe). Dann hatte ich eine Vorlesung und abends wieder Schiedsrichtereinsatz. Ich hab mal wieder meine Klassenkameraden über den Platz gescheucht.

Mittwoch hat dann mit den Vorträgen in „Sportverletzungen“ angefangen. Ich bin diese Woche dran und nachdem ich die anderen gesehen habe, denke ich, dass ich ganz gut vorbereitet bin, zumal ich ja noch den Bonus habe, ohne Partner zu sein. Dann hätte ich eigentlich wieder ein interessantes Experiment in „Skill Development 2“ gehabt, dass wurde allerdings auf nächste Woche verschoben. So konnte ich ein letztes Mal die Laborratte für Grant spielen, nachdem wir gemeinsam Mittag gegessen, in der Sonne gesessen und uns gut unterhalten haben. 15 Uhr ging es für mich dann zum nächsten Praxiskurs (lab) in „Exercise Physiology“. Thema war: VO2max – das ist die maximale Menge an Sauerstoff, die man aufnehmen kann. Getestet wurde die ganze Sache auf dem Fahrradergometer und eigentlich wollte ich das schon immer mal wissen. Normalerweise kostet das ne ganze Menge Schotter und nun war die Gelegenheit da, die Ergebnisse kostenlos zu bekommen. Andererseits bin ich nicht so wirklich ein Fahrradliebhaber – also das ist schon ganz toll, aber eher auf die gemütliche Art und Weise. Um bei dem Test aber gute und vor allem verwertbare Ergebnisse zu bekommen, muss man 110% geben und somit über sein Limit gehen – und das ist auf dem Fahrrad nicht ganz so mein Fall. Die Neugier (und die Lustlosigkeit der anderen Studenten ;-) ) haben dann gesiegt und keine 5min später saß ich mit EKG verkabelt und Atemmaske im Gesicht auf dem Rad. Nachdem ich 11 Minuten und bis zu 440W gestrampelt bin, ich absolut nicht mehr konnte und meine Beine die nächsten 20min wie Pudding waren, war ich schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich das gepackt habe und gespannt auf die Ergebnisse. Leider haben die Deppen, die in meinem Team waren und die Messungen während des Testes gemacht haben, vergessen, vor dem Test 1 (!!!!!) Knopf zu drücken und alles auf null zu setzen! :-(
So waren meine Ergebnisse total wertlos! Wir konnten sie zwar noch benutzen, weil die physiologisch wichtigen Punkte gut zu erkennen waren, aber die Größenordnung meiner Werte war total falsch. (Für alle, die es interessiert: Ich habe angeblich ein relatives VO2max von 176ml /kg/min erreicht). Die besten Weltklasseathleten erreichen Werte von 80-90 ml/kg/min. Ich könnte also locker beim großen Pferderennen von Melbourne mitlaufen und noch n Jockey aufm Rücken tragen oder, wie Thommy das schön verglichen hat: Ich könnte Bekele einbeinig den Rang ablaufen!! :-)
Da die ganze Sache dem Prof. auch n bisschen peinlich war, hat er mir angeboten, dass ich nochmal n Test machen kann und dieses Mal wird er dann auch die Werte messen :-) So kommt es also aus der eigentlich totalen Abneigung vor solch einem Test dazu, dass ich diesen in einer kurzen Zeit gleich 2x machen werde. Abends hab ich dann noch meinen ‚client report‘ fertiggestellt, bevor es dann glücklicherweise mit dem Auto nach Hause ging (was anderes wäre auch nicht mehr möglich gewesen :-D )
Donnerstag war nicht ganz so spannend: Ausschlafen, assignment abgeben und lange in der Uni bleiben, da ich Mittwoch erfahren habe, dass ich den Vortrag im Prinzip schon Freitag fertig haben muss bzw. dann eine Zusammenfassung davon abgeben muss.
Freitag war dann – wie die ganze Woche schon – traumhaftes Wetter. Nachdem ich mal wieder ausgeschlafen habe, gabs ein ausgiebiges Frühstück auf dem Balkon. Danach bin dann in Ruhe zu Coles (dem Supermarkt) gelaufen. Das war so entspannt, dass es sich schon fast wie Urlaub angefühlt hat :-) Am Nachmittag hab ich dann weiter am assigment gebastelt und die Zusammenfassung dafür abgegeben, bevor es abends wieder zum Fußball ging. Es hat erneut richtig Spaß gemacht, auch wenn ich dieses Mal mehr Vorlagengeber als Vollstrecker war – aber damit kann ich leben und Leon berichtet jetzt jedem, dass er doch bald in der holländischen Nationalmannschaft aufläuft. Naja – wenn er freiwillig 2. bei der nächsten EM werden will, soll er mal machen :-) Danach haben wir noch das AFL-Halbfinale bei Marty geguckt, bevor wir (Marty, Leon, Klaus und ich) noch in die Stadt in 2 Clubs gegangen sind (leider dieses Mal ohne Freibier ;-) ).

Am Sonnabend habe ich mich dann freiwillig gegen Ausschlafen entschieden. Nein, ich bin nicht verrückt geworden am anderen Ende der Welt :-) Der Grund war die Einladung zu einem Barbecue zum Mittag bei Ben und Sarah. Da war ich am Vormittag mit Ben einkaufen, weil die uns versprochenen Kängeruh-Burger sonst etwas spärlich ausgefallen wären. Doch nach dem Einkauf sah das dann schon ganz anders aus: Kängeruhgehacktes, Champignons, Zwiebeln, geriebene Karotten, Tomate, Käse, ekelhaftes Toastbrötchen, Salat, Bacon, Barbecue- und Chillisauce! Und das ganze 2x, weil es so traumhaft lecker war :-D Gegessen haben wir auf der großen Terrasse, weil die Sonne wie zu besten deutschen Sommertagen geschienen hat. Danach haben wir einfach mal nix gemacht und uns noch ne Stunde gesonnt. Am Nachmittag bin ich dann noch zu Freunden gegangen, um mir die Zeit ein wenig zu vertreiben, bevor ich nach Hause gegangen bin. Vielmehr ist an diesem Abend dann auch nicht passiert (Leon kam übrigens morgen halb 2 von der Uni nach Hause – ich weiß echt nicht, was die beiden mit ihren assignments machen ;-) ).
Der Sonntag hat dann schon fast traditionell begonnen: Ausschlafen, Toast, Spiegelei, Kakao und Bundesliga-Fußball zum Frühstück. Leider musste ich mir ein langweiliges 0:0 ansehen, aber zum ruhigen und entspannten Frühstück sollte es reichen. Die dutchies haben sich dann in die Uni begeben und ich hab mal ein wenig die Bude geputzt (OK, eigentlich hab ich nur staubgesaugt, aber „Bude putzen“ klingt irgendwie nach mehr saubermachen :-D ). Gegen 14 Uhr hab ich dann meine „Nicht-am-Wochenende-in-die-Uni-fahren“-Regel zum zweiten Mal gebrochen. Dieses Mal allerdings weniger wegen assignments, als einer Runde Skype mit dem Herrn 0815-Acker. Bis zu unserem Gespräch hab ich mich dann aber doch noch an meinen Vortrag für Mittwoch gearbeitet, sodass dieser so gut wie fertig ist. Nach einem guten und gut einstündigem Skype-Gespräch bin ich dann nach Hause geradelt, hab geduscht, Abendbrot gemacht (endlich mal wieder selbst gekocht und kein überteuerter Mensa-Fraß ;-) ) und den Abend bei einem Film ausklingen lassen, während ich diese Zeilen für euch geschrieben hab.

Na dann hoffe ich mal, dass es euch allen gutgeht, meine Unizeit schnell vorbeigeht und das Wetter bei mir weiterhin besser und bei euch nicht schlechter wird.


Byebye


P.S. Als kleinen Zwischenbericht zu Ben – meinem Trainingsplanversuchskaninchen kann ich nur sagen, dass er/wir auf einem guten Weg sind: In 5 Wochen hat er 10kg abgenommen – quasi Halbzeit. Na das sieht doch ganz gut aus!

Sonntag, 12. September 2010

Sauna zum Abschluss und die erste englische praktische Bewährungsprobe



G’Day Germany

Aus der letzten Woche ist ausnahmsweise mal nicht ganz so viel Spannendes zu berichten, wie ihr es wahrscheinlich aus den letzten Einträgen gewohnt seid. Genauer gesagt, ich war nirgendwo schwimmen, keine weißen Sandstrände und auch die experimentellen Abendessen haben sich in Grenzen gehalten :-) Vielmehr war es die Uni, die mich wieder voll im Griff hat.
Montag hab ich unter anderem 4 Stunden mit Grant , einem „Uni-Klassen-oder-wie-immer-ihr-es-nennen-mögt-Kameraden“ für einen erneuten In-class-Test für Dienstag gelernt und am Nachmittag ging es dann nochmal kurz ins „Labor“, um für meinen großen praktischen Test für Donnerstag zu üben (dazu aber später mehr). So richtig viel Lust hatte ich dann aber doch nicht, sodass ich mich relativ schnell in die Bibliothek verdrückt habe, um euch mit meinem Blog auf dem Laufenden zu halten (wenn ich durchfalle, kann es so wenigstens auf euch schieben :-) ).
Dienstagmorgen ging es zum letzten Mal in die Klimakammer. Da ich wusste, dass es 36° und 80% Luftfeuchtigkeit waren, gab ich mal gleich barfuß und in Shorts an. In der Kammer selbst, war es dann zwar warm, aber irgendwann doch nicht mehr so angenehm, wenn kein Wasser in der Nähe ist und man nur einfach so rumliegt. Nächsten Dienstag weiß ich wahrscheinlich gar nicht, was ich mit meinem Vormittag machen soll – aber Ausschlafen ist da definitiv eine Alternative :-)
Der In-class-Test danach verlief meiner Ansicht nach besser als der Erste – mal schauen, was das Ergebnis sagt, welches ich irgendwann diese oder nächste Woche erhalten müsste. Dann ging es zum Unigym, da ein erneuter Schiedsrichtereinsatz anstand – ohne irgendwelche spannenden Zwischenfälle. Normalerweise würde ich danach nach Hause fahren, aber ich hatte mich auf eine lange Nacht eingestellt, da ich mir 10000% sicher war, bis zum nächsten Morgen einen Vortrag zur Thema „Dislokation des Schultergelenks inkl. Rehaprogramm“ fertigstellen zu müssen. Und da hatte ich mich vorher noch gar nicht mit beschäftigt (Gründe hab ich nicht und so kreative Ausreden wie „Eigentlich hatte ich das schon fertig, aber das hat mein Wallaby heute Morgen gefressen“ fallen mir jetzt auch nicht ein :-) ) Glücklicherweise habe ich dann noch erfahren, dass wir die Präsentation erst nächsten Mittwoch fertig haben mussten. Somit war der Abend gerettet und mir der Schlaf gesichert!!

Mittwochmorgen kam es dann noch besser: Mein „Prof“ hat mir noch eine Woche länger gewährt, da ich die Präsentation alleine mache, obwohl das eigentlich in Paaren gemacht werden sollte. Nicht gerade ein Vorteil für den „Ausländer“, dass ich keinen Partner habe. Aber so hab ich eine Woche mehr Zeit, weniger Stress und hinkriegen werde ich das auch irgendwie.
Am Nachmittag ging es für mich dann zu Ben, da er mein Versuchskaninchen zum Üben für meine praktische Prüfung am nächsten Tag sein sollte. Nachdem ich ihn dann mit dem Kugelschreiber bekritzelt und die Hautfalten für die Körperfettmessung genommen habe, ging es zum angenehmen Teil des Abends. Ben, seine Frau Sarah und ich haben Skat gespielt!!! Obwohl Sarah erst ein paar Spiele vorher gemacht hatte und noch am Lernen der Regeln und des Reizens ist, hat es richtig Spaß gemacht. Das Lustige war, dass ich die Punkte auf Englisch und Ben auf Deutsch gezählt haben. Auch das Reizen an sich war deutsch, obwohl wir uns natürlich auf Englisch unterhalten haben.
Nach 2 Stunden Skat bin ich dann nach Hause gegangen und habe mich auf meine Prüfung am nächsten Tag vorbereitet.

Da es Donnerstag regnen sollte, bin ich am Morgen mit Idwer mitgefahren, auch wenn das bedeutete, dass ich 9Uhr in der Uni war, obwohl ich nur die Prüfung hatte – um 15.30Uhr. So bin ich aber trocken geblieben und konnte am Vormittag noch an meinen assignments arbeiten.
Jetzt aber zur Prüfung: Es ging darum, dass ich verschiedene Fitness-Tests bei einem, mir unbekannten, Freiwilligen durchführen sollte. Das beinhaltete Folgendes: Durch 3 Fragebögen gehen, Gewicht und Größe messen (Letzteres ist gar nicht so simpel; es sei nur gesagt, dass man dafür 2 Leute benötigt), Hüft- und Taillenumfang messen, Ruhepuls und –blutdruck, Körperfettberechnung anhand der Messung von 6 Hautfalten, submaximaler Ausdauertest auf dem Fahrradergometer mit Puls- und Blutdruckmessung währenddessen, Beweglichkeitstest und zum Abschluss noch ein Test zur Bestimmung der Bauchmuskelkraft – und das Ganze in 60 Minuten.
Meine Profs meinten im Nachhinein, dass ich das ziemlich gut gemacht habe, aber ich bin nicht ganz zufrieden. Die Note erfahre ich diesen Donnerstag. Bis dahin muss ich auch den Fitnessbericht fertig haben, in welchem ich die Werte meines Versuchskaninchens mit Normwerten vergleichen und das Fitnesslevel abschätzen soll. Da ich ja mit Idwer mitgefahren bin und der bis zum nächsten Tag ein assignment fertigstellen musste, war ich bis 12 Uhr in der Uni.
Freitag wurde ausgeschlafen (ich war gegen 11 wach), bevor es dann für alle in die Uni ging. Da wir alle um 18Uhr ne Runde Fußball spielen wollten und die Dutchies ihre Sachen zuhause vergessen hatten, mussten wir vorher nochmal nach Hause. Das wollten wir damit verbinden, uns Pizza zum Abendbrot holen wollten, dass wir auch gleich was haben, was wir uns abtrainieren können :-)
Leider war das Zeitmanagement der Dutchies nicht das Beste und bei der Pizzabestellung gab es ein paar Probleme, sodass wir die Pizza im Auto auf dem Weg zur Halle gegessen haben.



Dann ging es allerdings rund: Wir haben zu fünft ein Team auf die Beine gestellt, dass an dem Abend in der Zusammenstellung in 5 Spielen ungeschlagen blieb: 1x Deutschland, 2x Holland, 1, Norwegen & 1x Australien. Nach 2 Stunden, mehreren Toren und genug verlorenem Schweiß ging es dann unter die wohlverdiente Dusche, bevor wir – genau, wieder ins Computer-Lab verschwunden sind.
Danach ging es dann noch zum Kumpel, der auf dem Campus wohnt, um den Abend mit ein paar Bier ausklingen zu lassen. Gegen halb 3 waren wir dann zuhause.
Diesen Sonnabend gab es dann noch eine Premiere – es sollte mein erster Samstag in der Uni werden. Allerdings nur wenige Stunden. Zum Abendessen haben wir uns dann Yining aus Singapur und Michelle aus Malaysia eingeladen und gemeinsam „Laksa“ gekocht ein typisches Gericht aus Singapur (was ich jetzt eigentlich auch noch gerne bereisen würde :-) ).
Das Essen war würzig, sehr lecker und die Gesellschaft auch ;-)
Es ist unglaublich aber war, aber die Dutchies sind nach dem Abendessen echt wieder in die Uni gefahren (und haben die Mädels mitgenommen). Ich wollte die Uni am Wochenende nicht nochmal von innen sehen und habe mir 5 Folgen von MacGyver reingezogen (DVD von Ben). Da kamen Kindheitserinnerungen hoch, sag ich euch ;-)
Sonntag hab ich dann zum Frühstück ein wenige Bundesliga gesehen (BVB – Wolfsburg), zuhause an meinem Unizeug gearbeitet (richtig, die Dutchies waren wieder in der Uni) und einen entspannten Sonntag gehabt. Abends gabs dann noch Formel 1 und 2 Filme.
Das muss nach so einer stressigen Uniwoche ja auch mal sein!!!! :-D

Gehabt euch wohl
Martin


Apropos Sport: Da es hier ja keine freie Übertragung der US Open gibt, hab ich mir mal das LiveRadio reingezogen - auch ganz OK aber ehrlich gesagt keine Alternative :-D
Aber zu den Aussie Open im Januar bin ich ja hoffentlich nicht ganz so sehr auf einen Fernseher angewiesen :-)

p.s. da es keine aktuellen Bilder gibt, die sich aber in so einem Bericht immer gut machen, hab ich einfach ein paar weitere von unserem Trip genommen :-)

Freitag, 10. September 2010

Roadtrip Teil 5: Wind & Schnee über Hobart und eine interessante Dolmetschervergütung


Nachdem ich also weniger gut im eigenen quietschenden und im gleichen Raum mit 19 anderen geräuschvollen Betten aufgewacht bin, gab’s zur Krönung noch eine kalte Dusche bevor wir uns nochmal ins Zentrum von Hobart gewagt haben, um Frühstück und Postkarten zu ergattern. Da das Wetter wieder einmal ziemlich gut war, sind wir danach zum Mount Wellington gefahren. Der Berg ist nur 20km von Hobart entfernt und man hat einen super Ausblick auf die Stadt und was so drum herum alles so passiert. Und wir hatten Glück: eine tolle Aussicht als wir ankamen und vor allem: SCHNEE im September! Da das hier nicht allzu häufig vorkommt, haben wir uns auch sogleich einen Schneemann ausgeborgt und uns fotografieren lassen. Wie schon erwähnt, der Ausblick von dort oben (1270m über NN) war schon gigantisch – und windig war es auch. Nach einer halben Stunde dort oben haben wir uns dann aber doch entschieden, den Heimweg Richtung Launceston anzutreten. Und die Entscheidung wurde uns dann auch noch ein wenig leichter gemacht, als es angefangen hat zu regnen.

Die Rückfahrt (200km, knappe 3h) war dann weniger spektakulär: Ich habe versucht, auf der Rückbank ein wenig Schlaf nachzuholen (was auch mehr oder weniger gelang), Leon tat das gleiche auf dem Beifahrersitz und Idwer ist teilweise sage und schreibe 135 km/h gefahren. Das muss wohl bergab und mit Rückenwind gewesen sein :-D
Zuhause angekommen gab’s erst mal Abendessen, die dreckigen Klamotten wurden in die Waschmaschine gestopft und die Fotos auf den PC gezogen. Nach dem Durchsuchen und Löschen doppelter und nicht ganz so toller Fotos sind nach den 5 Tagen dennoch knapp 700 Fotos und Videos übrig geblieben! Und 80% wohl von mir :-)

Für mich war der Freitag allerdings noch nicht gelaufen, denn ich hab mich schon die ganze Woche auf ein Konzert gefreut. Carus Thompson hat diesen Abend in Launceston gespielt. Die meisten werden ihn nicht kennen, aber er ist ein Australier (den hier keiner kennt) und den ich schon 2x in Berlin gesehen habe. So ging es also kurz nach 8 in die Stadt mit der Vorfreude auf einen tollen Abend – was er auch werden sollte. Angefangen hat es damit, dass ich keinen Eintritt zahlen musste, weil ich ein wenig früh da war und als ich in den Pub kam, hat mich dann auch gleich ein Typ an der Bar angequatscht. Nach den ersten Sätzen hab ich dann auch gemerkt, dass es Carus war! Wir haben dann gute 10Minuten gequatscht, bevor er sich dann für den Auftritt (der 30min später beginnen sollte) vorbereitet hat. Die meisten Songs kannte ich schon, aber er hat auch einige seiner neuen Songs gespielt. Leider gibt’s das Album erst im März. In der Pause haben wir uns dann wieder unterhalten und nachdem ich sagte, dass er doch beim nächsten Deutschlandbesuch in Leipzig spielen sollte, gab er mir seine Mailadresse und meinte, ich solle mich doch bei ihm melden, wenn ich wüsste, wo er dort spielen könne! Als Sahnehäubchen oben drauf gab’s noch eine seiner ersten CD’s (die es nicht zu kaufen gibt) mit Signatur – da war ich glücklich, wie ein kleines Kind (was ich ja im Innern vielleicht noch bin??!).

Das Konzert war kurz vor 12 zu Ende und dann wollten wir (3 Freunde haben mich zum Konzert begleitet) eigentlich noch in einen anderen Club, da dort ein Freund von uns am gleichen Abend n Konzert gegeben hat. Leider hatte der Laden schon geschlossen, als wir ankamen. So haben wir das, noch aufräumende, Personal gebeten, uns ein Taxi zu rufen (bzw. den anderen 3, da ich nach Hause laufen konnte). Als die drei dann weg waren, ist der Personal auch los und hat mich gefragt, ob ich mit ihnen nicht noch was trinken möchte – und da hab ich natürlich eingewilligt ;-)
Auf dem Weg zum Club hab ich einem der Jungs die Zahlen 1-10 auf Deutsch beigebracht, woraufhin er mir den ganzen Abend die Drinks spendierte (und den teuren Eintritt dazu). Da frage ich mich doch glatt, ob Dolmetscher immer so bezahlt werden und wenn ja, ob das nicht ein zweites Berufsstandbein für mich wäre :-) (Obwohl dieses bei der Art von Bezahlung wohl eher taumeln würde ;-) )
Naja, ich hatte auf jeden Fall noch eine gute Zeit mit der Truppe und 1 Bier, 1 Tequila, 1 Wodka-Smirnoff und 1 Wodka-RedBull später war ich dann gegen 2Uhr auch im Bett – und endlich wieder im eigenen.
Als ich dann am nächsten Morgen um 11Uhr aufgewacht bin ging es mir…blendend!!! Keine Kopfschmerzen, alles super.

…Und wenn sie nicht gestorben sind…dann reisen sie noch weiter!!!!

Das war er also – der Eurotrip durch Tasmanien. Eine geile Woche!!!



Das Wochenende hab ich allerdings wieder durchgeackert und glücklicherweise ein assignment bereits fertiggestellt, was erst nächste Woche Mittwoch eingereicht wird. So hab ich weniger Stress und mehr Zeit für die schönen Seiten von Tasmanien – hoffe ich zumindest.
Jetzt muss allerdings erst mal wieder fleißig studiert werden. Wie ihr seht hat mich der Unialltag aber schon wieder eingeholt :-(
Das nächste Highlight ist schon in Planung, wird aber noch nicht verraten.

Dieser tolle Trip hat uns allen aber mehr als gutgetan und ich kann nur nochmal wiederholen: Es war eine super Woche!!!! Einfach toll!

Donnerstag, 9. September 2010

Roadtrip Teil 4: Fast am Ende der Welt und eine alkoholische Premiere



Der vorletzte Tag unserer Reise begann mit einem schönen Frühstück und einer kleinen Führung auf dem weitläufigen Grundstück von Debbie und Martin. Kleines Highlight war der gut erhaltene Oldtimer (ein Bristol von 1948), den die beiden noch regelmäßig nutzen.
Da wir am Vorabend beschlossen haben ins 1,5 Autostunden entfernte Fishers Point zu fahren, saßen wir dann auch wieder mal im Auto – dieses Mal allerdings im Landrover von Debbie. Dies war auch ganz gut, denn ich denke, dass der Mitsubishi Magna von Idwer nicht den ganzen Weg überlebt hätte – schließlich ging es zum südlichsten Punkt von ganz Australien den man mit dem Auto erreichen kann und da waren asphaltierte Straßen nicht immer in Sichtweite!!!!


Bei schlechtem Wetter gestartet, hatten wir schon ein wenig Angst, dass uns ein weiterer Regentag bevorstünde, aber es kam dann doch die Sonne heraus.
Als wir das Auto abgestellt hatten, haben wir wieder eine kleine Wandertour entlang der Küste gestartet, um in noch ein wenig südlichere Gefilde vorzudringen. Idwer hat sich nicht so wohl gefühlt und wir haben ihn dann (mit seinem Einverständnis) an einem Strand „geparkt“ und auf dem Rückweg wieder eingesammelt. Ich hab mal wieder mehr als genug Bilder gemacht und mir dabei dieses Mal auch einen nassen Fuß geholt, da der Stein im flachen Wasser irgendwie doch nicht so stabil war, wie ich gedacht habe :-) Das Foto war es allerdings wert.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch eine kleine Rast gemacht, bevor wir in Franklin unsere Sachen und das Auto geschnappt haben und nach Hobart gefahren sind, um dort Abend und Nacht(leben) zu verbringen. Vorher haben wir noch einen (leider zu kurzen, aber sehr interessanten) Abstecher in die Gebäude der australischen Antarktisforschung gemacht und uns danach vielmals dankend bei Debbie und Martin verabschiedet. Im Zentrum von Hobart haben wir dann ein supergünstiges Hostel gefunden und uns in eine Pizzeria gesetzt, um die leeren Mägen zu füllen. Leider sollte dieser kulinarische Ausflug nicht ganz so gut werden, wie am Vorabend: Wir mussten lange warten, das Essen war nicht der Knaller und die Kellnerin hat nicht das gebracht, was ich bestellt hatte. Das kann allerdings auch an meinem anscheinend schrecklichen englischen Akzent liegen. Zur Erklärung: Ich wollte „wedges“ (Kartoffelecken) bestellen und habe „Veggies“ (Gemüse) bekommen. Naja, aber da das nicht alles so optimal lief, gab’s die Veggies und Knoblauchbrot umsonst.

Danach ging es dann noch in einen Club, wo das Bier tatsächlich fast günstiger war als in Deutschland (es gab 1l-Krüge für umgerechnet 6 Euro). Die Stimmung war dann aber doch nicht so der Knaller, sodass wir das Nachtleben von Hobart wohl ein anderes Mal erkunden werden. Gegen 0Uhr war ich dann im quietschenden Doppelstockbett in einem 20-Mann-Zimmer (deswegen so günstig; aber was soll‘s). Leider haben die Betten bei der kleinsten Bewegung interessante Geräusche gemacht, sodass ich eine nicht ganz so perfekte Nacht wie zuvor hatte.
Aber auch das gehört zum Reisen und zu Hostels dazu, denke ich :-)

Mittwoch, 8. September 2010

Roadtrip Teil 3: Verregnete Gefängnisruinen und ein kulinarisches erstes Mal

Hier übrigens mal die Route, die wir mit dem Auto gedreht haben:





Am Dienstag, dem dritten Tag des „Euro-Trip“ stand dann mal ein wenig Kultur auf dem Programm. Nach einem guten, aber überteuerten Frühstück in einer Bäckerei ging es in den Südosten der Insel nach Port Arthur, dass Mitte des 19. Jahrhunderts als Gefängnis für britische Sträflinge erbaut wurde und somit zu den geschichtsträchtigsten Orten des Landes gehört. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und es hat den ganzen Tag geregnet (da war ich mal wieder froh, für solche Wetterlagen gerüstet zu sein). Vorher haben wir noch einen Halt in „Eaglehawks Neck“ gemacht, was (wie sich später herausstellte) das nördliche Tor des Gefängnisses war. In Port Arthur selbst haben wir dann eine kleine Bootstour gemacht und auch eine Führung war im nicht ganz billigen Eintrittspreis enthalten. Leon und Idwer wollten diese wegen des schlechten Wetters eigentlich sprichwörtlich ins Wasser fallen lassen, aber ich konnte sie dann doch noch überreden. Schließlich bin ich nicht jeden Tag hier und bezahlt hatten wir dafür auch schon. Zumindest ich sollte es nicht bereuen und ich habe so einige interessante Dinge über das Gelände erfahren.

Nachdem wir ins dann vom verregneten Port Arthur verabschiedet hatten, führte uns der Weg in die nahegelegene Hauptstadt von Tasmanien: Hobart. Hier leben 300.000 Menschen (in ganz Tassie sind es nur 500.000!!) und wir haben uns erhofft, dass die Stadt nicht um 17Uhr ausgestorben ist, wie es in Launceston der Fall ist (ausgenommen von den Supermärkten, die bis Mitternacht geöffnet sind).

Glücklicherweise war Hobart noch am Leben als wir angekommen sind und so haben wir uns auf die Suche nach einem Fischrestaurant am Hafen gemacht, da wir uns nach dem gestrigen „experimentellen“ Abendessen mal was gönnen wollten. Und dank Idwer habe ich an diesem Abend die erste Auster meines Lebens verspeist…..und ich kann sagen: Es war nicht so schlimm, wie ich es erwartet habe. Ich kann irgendwie nicht beschreiben, wonach es geschmeckt hat, aber ich werde es wieder essen. Es war salzig und ein wenig matschig, aber mit Zitronensaft und ein wenig Wasabi doch ganz essbar. Ansonsten hab ich regionalen Fisch mit Salat und Parmesan gegessen – auch lecker.

Im Restaurant haben wir uns dann mit Debbie getroffen – einer entfernten Verwandten (oder vielleicht doch nicht – ich bin ja da nicht ganz so der Experte :-) ) von Leon, die im 50km entfernten Franklin wohnt. Da sie uns im Vorhinein einen Schlafplatz angeboten hatten, mussten wir dieses Mal nicht lange suchen, sondern nur ihrem Auto folgen. Auf der Farm angekommen, haben wir bei Bier und Tequila noch gemütlich mit ihr und ihrem Mann Martin (ein Engländer der in der australischen Antarktisforschung arbeitet) zusammengesessen und gequatscht, bevor jeder von uns dreien in sein eigenes (!!!) Schlafzimmer verschwinden konnte.
Auch hier habe ich wieder hervorragend geschlafen.

Mehr gibt’s dann im nächsten Teil meiner tasmanischen Saga :-)

Lasst es euch gutgehen!
Martin

Dienstag, 7. September 2010

Roadtrip Teil 2: Tolle Aussichten, eine Fußmassage und ein Minus-Drei-Sterne-Essen



Der zweite Tage unserer Reise stand an und im Nachhinein sind wir uns einig: Es war eindeutig der beste Tag!!!!
Nachdem ich neben Idwer aufgewacht bin und hellwach war :-) gab es ein spärliches Frühstück (was allerdings im guten Übernachtungspreis enthalten war). Dann ging es zum Supermarkt und zur Tankstelle. Ich konnte die beiden Dutchies dazu überreden, Toast (anderes Brot gibt’s hier ja nicht zu halbwegs ordentlichen Preisen), Marmelade, Äpfel und ein paar Müsliriegel zu kaufen, was sich noch als halbwegs lebensrettend erweisen sollte. Die Reise führte uns, bei wieder mal nahezu perfektem Wetter, an diversen Sandstränden und Buchten entlang, bevor wir unsere Ziele Coles Bay und Wineglass Bay (die berühmtesten Buchten der Insel) erreichen sollten. Am Aussichtspunkt von Coles Bay habe ich dann Jeans, Pullover und Turnschuhe gegen Shorts, T-Shirt und Flipflops getauscht. Schließlich waren es in der Sonne gefühlte 20° und es war August - auch wenn das hier Winter bedeutet ;-)

Der Ausblick, der sich uns bot, hat dann alles übertroffen, was ich bisher gesehen habe – einfach traumhaft: Klippen, Sonnenschein und blaues Wasser bis zum Horizont. Das nächst gelegene Festland war Neuseeland oder die Antarktis – je nachdem in welche Richtung sich mein vor Staunen geöffneter Mund und die am selben kurzgeschorenen (und mit der privaten Schere korrigierten) Kopf befindlichen Augen bewegt haben.
Danach ging es zum Parkplatz von Wineglass Bay und dem dazugehörigen Gebirge. Von dort haben wir dann, mit Müsliriegeln, Bier, Cookies, Badehose, Kamera, festem Schuhwerk und wärmeren Klamotten die mehrstündige Wandertour begonnen. Vorher gab es auf dem Parkplatz allerdings noch ein Fotoshooting mit einem Wallabee, das sich als sehr fotogen herausstellte.
Wir sind dann einige Zeit durch das Gebirge, die „Hazards“ gewandert und haben so einige Felsen erklommen, um die atemberaubenden Aussichten auf den Bildern festzuhalten. Auch wenn die Bilder (meiner Meinung nach) ganz gut geworden sind – live war es so viele Male besser. Ich habe versucht, mit den Videos mal einen Rundumblick zu erzeugen und ich hoffe, dass ihr sie euch ansehen könnt (vlt. ohne Ton, da es meistens nur lauter Wind ist :-) ) und ihr euch selbst ein Bild machen könnt.
Am Aussichtspunkt von Wineglass Bay meinte Leon dann auf einmal, dass wir kurz warten sollten, wir würden ihn schon gleich wieder sehen. Ein paar Augenblicke später ist er dann auf einem Felsbrocken aufgetaucht, den Idwer und ich auch unbedingt erklimmen wollten. Ich hatte immer noch meine Flipflops an, die ich dann aber relativ schnell beiseitegelegt habe, da es barfuß doch besser und sicherer - wenn auch etwas schmerzhaft - war. Schuhe und Rucksack hatte ich am „offiziellen Aussichtspunkt“ gelassen und so musste Leon nochmal zurück, um meine Kamera, Cookies und Bier zu holen, denn wir hatten entschlossen, dass dies wohl einer der besten Plätze der Welt ist, um sich eine wohlverdiente Pause zu gönnen (hier sei nochmal angemerkt, dass wir diese Pause mit Anna wohl nicht gemacht hätten). Nach 30min und einer erneuten „Fußmassage“ für mich auf dem Rückweg mussten wir uns dann aber doch ein wenig beeilen, um noch den Sonnenschein unten in der Bucht zu erwischen. Unten angekommen, gab es wieder eine kleine Fotosession mit Wind, Wellen und Wallabee und die Idee, dass wir hier im Sommer mal eine Nacht campen müssten.

Zu Beginn des Rückweges hatten wir dann die Wahl, ob wir den gleichen Weg zurückgehen (was ca. 1,5h dauern würde) oder auf der anderen Seite der „Hazards“ entlanggehen, was angeblich 3 Stunden dauern würde. Da ich wusste, dass der Sonnenuntergang in etwas mehr als 1 Stunde sein würde (nein, ich bin kein Pfadfinder, es stand auf einem Schild am Parkeingang :-) ), haben wir kurz gezweifelt. Dann haben Leon und ich beschlossen, die lange Route zu nehmen. Und wir sollten es nicht bereuen!!
Zusammengefasst kann ich zum Rückweg so viel sagen: Wir haben den Sonnenuntergang erlebt, sind im Dunkeln angekommen (heil und ohne echte Stürze), haben ein Opossum gesehen, aber das Beste war eindeutig ein komplett einsamer und malerischer Strand. Für mich war dieser Strand („Hazards Beach“) sooooo viel schöner als der „zweitbeste Strand der Welt“ und auch hier hab ich mich in die Fluten gewagt, obwohl es ehrlich gesagt keine Fluten waren, da es so ruhig und idyllisch war und es den Eindruck machte, dass das Meer schlafen würde. Ich hab es den mit einer Arschbombe geweckt und das erfrischende Wasser genossen (ich will ja hier nicht zu melancholisch werden :-) ).

Wieder aufgewärmt, sind wir dann den einsamen Strand entlanggelaufen und nach 40min in der Dunkelheit über Stock und Stein kamen wir dann wieder am Auto an.
Nun hieß es, für die Nacht ein Dach über dem Kopf zu finden, dass hoffentlich größer war als das Autodach. Im nahegelegenen Coles Bay waren wir nicht erfolgreich und so ging der Weg in das 30km entfernte Swansea, das wir am nächsten Tag sowieso passieren mussten. Dort kamen wir gegen 20Uhr an, haben in einem super modernen Hostel eingecheckt und wollten uns nebenan mit einer angeblich super leckeren Pizza für den anstrengenden, aber einmaligen Tag belohnen. Da wir so hungrig waren, war es schon ein Riesenschock, als wir von der Kellnerin hören mussten, dass die Küche bereits geschlossen hatte – um 8 Uhr abends!!!!
Und da kamen der Toast und die Marmelade ins Spiel! :-) Eigentlich kein Abendessen für mich, aber wir hatten keine Wahl. Idwer hat im Alkoholshop nebenan noch ein paar überteuerte Chips auftreiben können und so gab es zum Abendbrot Marmeladentoast, 2 Tomaten, Bier und Chips!
Nach einem netten Gespräch mit einem Deutschen und ein paar Bier im Hostel ging es wieder mal todmüde ins Bett – allerdings mit dem schönen Gefühl, einen unvergesslichen Tag gehabt zu haben!

Montag, 6. September 2010

Roadtrip Teil 1: Falsch gesteuerte Matchboxautos, ein Talent (?) und amerikanische Erfahrungen



Da bin ich wieder! Nach mehr als einwöchiger Abstinenz melde ich mich gesund und munter von unserem „Euro-Trip“ zurück – und ich kann sagen: Es war die bisher beste Woche in Tasmanien (und das nicht nur, weil wir die Uni komplett aus den Köpfen gestrichen haben).
Aber um eure Leseausdauer nicht zu sehr zu strapazieren, werde ich die ganze Sache mal ein bisschen ausdehnen und jeden Tag in einem einzelnen Eintrag beschreiben. So habt ihr länger was davon und ich muss mir nicht mit einem Mal meine neun Finger wundtippen.


Dann fang ich mal an. Vorher sei aber noch gesagt, dass Anna nun doch nicht mitgekommen ist (sie hat einen Job bekommen und musste arbeiten; das sollte für uns nicht unbedingt ein Nachteil sein, wie sich noch herausstellen sollte) und bei den Parties am Vorabend des Trips waren Leon und ich auch nicht. Wir haben den Trip ein wenig vorbereitet und dann den Abend bei Film und Pizza ausklingen lassen (wir wussten ja nicht, wann es die nächste feste Mahlzeit gab :-) ).

Sonntag gegen 12 Uhr ging es dann bei strahlendem Sonnenschein auf ins 2 Autostunden entfernte St. Helens an der Ostküste. Wir haben es auf den kurvigen Straßen etwas ruhiger angehen lassen und so hat es nicht lange gedauert, bis wir von einer Gruppe Jugendlicher mit ihren aufgemotzten und hässlich lackierten „Spielzeugen“ überholt wurden. Keine 5 Minuten später haben wir sie dann aber überholt, weil sich eines der übergroßen Matchboxautos oder vielleicht auch eher der Fahrer dazu entschlossen hatte, die Kurve zu nehmen ohne das Lenkrad zu drehen. Ich kann euch sagen, dass er nicht erfolgreich war und das Auto somit ca. 3-4m tiefer in der Böschung landete. Wir haben angehalten und geschaut, wie wir helfen können. Den Insassen ging es gut und so sind wir kopfschüttelnd weitergefahren.

Nach einiger Zeit waren wir dann bei Nieselregen in St. Helens und weiter ging’s zur berühmten Binalong Bay. Da war es dann einfach atemberaubend und das Wetter stimmte auch wieder. Blaues Wasser, weißer Sandstrand und bis auf die drei Europäer keiner am Strand. Und dann hab ich mich, den letzten Blogeinträgen zum Trotz, doch ins Wasser gewagt. Es war frisch, aber einfach der Hammer. Ich geh halt doch regelmäßig im August baden – egal an welchem Teil der Erde ich bin und welche Jahreszeit herrscht :-)
Nachdem ich mich aufgewärmt und genug Fotos gemacht wurden, ging es zur Bay of Fires mit dem angeblich zweitschönsten Strand der Welt. Auch hier fehlten uns allen die Worte, als wir den Sandstrand und die Wellen begutachteten. Ich hab mal wieder Fotos gemacht und dann haben wir beschlossen den Abend mit einem Bier bei Sonnenuntergang zu einzuläuten. Da kam mir prompt die Idee, eine kleine Wette zu starten: Derjenige, der das Bier als letzter öffnet (wir hatten nur die Klippen um uns), muss die nächste Runde zahlen. Ergebnis: Mein Bier war nach 2 Sekunden offen, Leon wurde Zweiter und Idwer würde heute noch dastehen, wenn ich ihm nicht geholfen hätte :-)
War das jetzt Talent oder Zufall? ;-)

Zwischenzeitlich gab’s dann eine Pause für „natürliche Bedürfnisse“. Leon und ich haben überlegt, ob man das am zweitschönsten Strand der Welt wagen kann, aber wir haben kein Gegenargument gefunden (für nützliche Hinweise ist die Redaktion noch bis übernächsten Mittwoch 23:59 Uhr geöffnet).
Nachdem ich mir dann nasse Füße beim Klettern geholt habe, ging es zurück nach St. Helens, um eine Unterkunft zu finden. Zu unserem Erstaunen waren alle (beiden) Hostels im Winter geschlossen und so blieb uns nur die Möglichkeit im Auto zu übernachten oder in einem Motel einzuchecken. Die zweite Variante war dann doch so preisgünstig, dass mir die Rückbank erspart geblieben ist und so kam ich in den Genuss mit Idwer in einem Doppelbett zu schlafen und eine Nacht in einem Motel zu verbringen, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Bevor wir allerdings gegen 22Uhr todmüde ins Bett gefallen sind, gab es noch ein leckeres Abendbrot und eine heiße Dusche.



Das war der erste Streich und der zweite folgt….äääähhhmmm…bald :-)