Hallo Leute,
Freitag (14.1.11) ging es also früh raus, da ein kleiner Reisemarathon zum Flughafen anstand. Ich hatte 2 Möglichkeiten: für 35AUD mit nem Shuttle zum Flughafen zu fahren oder die längere Tour mit den Öffis für 3,70AUD. Mit dem Bus ging es dann schneller als gedacht (ca. 1h30min) und vom Self-Check-In bei Quantas bin ich ja immer noch begeistert: In weniger als 3min (inkl. Anstehen) hatte ich meinen Boarding Pass, hab den Gepäckaufkleber an den Rucksack gepappt und das gute Stück dann selbst noch auf die Reise geschickt….. mal schauen, wo es ankommt :-D
Die restliche Zeit am Flughafen hab ich mir mit Warten und Zeitung lesen vertrieben. Der etwas mehr als dreistündige Flug mit Qantas war sehr entspannend – nicht zu vergleichen mit Virgin. Als ich in Alice Springs angekommen bin hat mich erst mal eine 38°C Hitzewand begrüßt :-D
Zum Hostel bin ich dann mit dem Taxi gekommen, da ich den letzten Shuttlebus geradeso verpasst habe. Entgegen meinen Erwartungen war das YHA in Alice dann ein ziemlich guter Ort, um den Abend und die Nacht zu verbringen. Zunächst habe ich mich an den Pool gelegt und nach meinem spärlichen Abendessen (Instantnudeln und ne Banane) gab es ein drum session mit einigen Leuten aus dem Hostel. 3 Aussies haben mit 2 Gitarren, 2 Didgeridoos (für mich bleibt es beim DidgeriDONT :-D), einer Trommel und einer Blockflöte aber mal so richtig für Stimmung gesorgt. Nach einigen guten Gesprächen war es auf einmal schon 3Uhr morgens und da ich 6Uhr für die Outback-Tour abgeholt werden würde, habe ich mich dann dafür entschlossen gar nicht mehr zu schlafen, aus Angst, den Wecker nicht zu hören :-D
Pünktlich um 6 Uhr hat mich unser Tourguide Katie auf der Liste abgestrichen und ich bin in den Truck gehüpft. Obwohl ich ja sagen muss, dass sie mich auf der List erst übersehen hatte und meinte, ich gehöre nicht zu ihrer Gruppe, konnte ich sie dann doch noch überzeugen, mich mitzunehmen.
Für die nächsten 3 Tage war ich mit Katie und 13 anderen Touristen aus Neuseeland, Deutschland, der Schweiz und Frankreich unterwegs. Gesprochen wurde die meiste Zeit entweder Deutsch oder Englisch, wobei sich schnell herausgestellt hatte, dass ich anstatt als Tourist auch glatt als Dolmetscher hätte mitkommen können :-D
Unser erster Stopp war eine Kamelfarm, bevor wir nach einer mehrstündigen Autofahrt, das eigentliche Highlight der Tour – Ayers Rock bzw. Uluru – besichtigen würden. Ein bisschen habe ich mich ja schon gefragt, warum wir die Attraktion, wegen welcher alle Touris solche Touren buchen, bereits am ersten Vormittag machen. Was soll das denn danach noch übertreffen?!? Ihr werdet ja bald erfahren, was es noch übertroffen hat. Insgesamt kann ich jetzt schon verraten, dass Uluru der mit Abstand langweiligste Part der ganzen Tour war. Umso mehr solltet ihr euch jetzt freuen, wovon ich sonst noch alles berichten werde ;-)
Zunächst sind wir jedoch bei 41°C brütender Hitze (die Temperatur während der gesamten Tour schwankte zwischen 37°C und 41°C) am Uluru angekommen. Es wurden Fotos gemacht und eine zweistündige Wanderung um Uluru stand an. Aufgrund der Saunabedingungen hatten sich dann alle für die kurze Wanderung entschieden. Und es hat auch nicht lange gedauert, bis einer der Franzosen verschwunden war. Das kann ja heiter werden, dachte ich mir :-D
Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass alle Franzosen jedes Mal zu spät waren. Am Nachmittag ging es noch in den Pool in unserem Camp. Da dies keiner erwartet hatte, war der Sprung ins kühle Nass natürlich umso besser. Es war nicht wirklich kalt, aber bei den Temperaturen braucht es nicht viel für eine Erfrischung. Vor dem Abendessen haben wir uns bei Crackern und nem Schlückchen Sekt den Sonnenuntergang angeschaut – UNGLAUBLICH SCHÖN trifft es da wohl am besten. Ich bin dann mit Katie nochmal nach dem Abendessen in den Pool gehüpft, um halbwegs abgekühlt schlafen zu können, denn es waren sicherlich noch 28-30°C. Dann stand auch schnell die erste Nacht in den sogenannten „swags“ an. Das sind so eine Art robuster Schlafsäcke mit Kopfkissen und Matratze – echt gemütlich kann ich euch sagen.
Die Nacht war kurz, denn kurz nach 5 ging es erneut zum Aussichtspunkt, um dieses Mal den Sonnenaufgang zu beobachten. Es war sogar noch beeindruckender als der Sonnenuntergang. Die Bilder sollten dies beweisen :-) Nach dem Frühstück sind wir ins Auto gehüpft, um nach Kata Tjuta zu fahren, einer Art Felslandschaft ähnlich dem Uluru, nur viel größer, beeindruckender und das Beste: man konnte mitten durch und nicht nur herumlaufen. Nach einer kurzen Pause im „Valley Of The Winds“ waren wir gegen 11Uhr wieder am Bus. Es waren wieder 41°C und das war auch ein Grund für unseren so frühen Besuch dieser Region: Nach 11Uhr morgens ist es aufgrund der Hitze verboten, die Wanderung zu starten. Nachdem wir an einem großen Salzsee angehalten hatten, waren alle gemeinsam gefragt, als es hieß, Feuerholz für den Abend zu sammeln. Nachdem uns Katie ein super Abendbrot im Lagerfeuer gezaubert hatte (Chicken-Curry und selbstgebackenes Brot, Salat und zum Nachtisch Pavlova – eine typisch australische Sahnetorte), haben wir alle um das Lagerfeuer herumgesessen und jede Nation hat so einige Songs zum Besten gegeben. Leider war das so ziemlich die einzige Aktivität, an der wirklich alle mitgemacht haben. Ansonsten hatten sich die Franzosen und die Deutsch-Schweizer zusammengetan. Mir taten vor allem die Australierin und unser neuseeländischer Tourguide ziemlich Leid und so habe ich relativ häufig Dolmetscher gespielt. Ich habe mich noch mit Daniela aus der Schweiz bis morgens um 2:30Uhr unterhalten, denn eigentlich wollten wir Katie überraschen, indem wir schon komplett gepackt am Frühstückstisch sitzen, wenn sie aufwacht.
Naja, wir haben uns einen Spaß draus gemacht und ihn mit kleinen Steinchen beworfen, aber er hat sich davon überhaupt nicht stören lassen. Auch der halbe Liter Wasser, den ich ihm übergeschüttet habe, hat ihn nicht beeindruckt.
Nach nur 2 Stunden Schlaf hat uns Katie dann um 4:30Uhr aus den Träumen gerissen, um gegen 7Uhr am Kings Canyon zu sein. Es ist mal wieder schwer in Worte zu fassen, wie schön es war und auch die Fotos werden es nicht so herüberbringen, wie es wirklich war. Ich habe mich wie auf einem anderen Planet – vielleicht der Mars?!? – gefühlt. Wir sind insgesamt 3 Stunden und 6km unterwegs gewesen und auch hier gab es einen Badestopp in einem natürlichen Pool. Da Daniela und Jan mir ihre Spiegelreflexkamera anvertraut hatten, habe ich mich dann so richtig ausgetobt und auf einmal war die Gruppe weg. Ich war allerdings nur 2-3Minuten allein und orientierungslos, denn dann haben sich ein paar Franzosen aus einer anderen Gruppe zu mir gesellt und nun waren wir gemeinsam und orientierungslos :-D Kurze Zeit später kam dann allerdings ihr Tourguide und wir waren gerettet. Zum Mittag gab es ein leckeres Barbeque und die Gelegenheit mal wieder in einen Pool zu springen (wie am Tag zuvor auch; wer hätte das gedacht: du bist mitten in der Wüste und gehst auf deiner Outback-Tour jeden Tag mindestens 1x baden). Ich hatte es mir inzwischen vorn im Truck gemütlich gemacht, dass Katie und Sarah (die Australierin) auch mal jemanden haben, mit dem sie sich unterhalten konnten.
Dann waren die 3 Tage allerdings schon um und wir haben alle die, die sich für die dreitägige Tour entschieden haben, an einem Treffpunkt rausgeschmissen bzw. die „Verbliebenen“ (Jan, Daniela, Katie und ich) haben uns in einen Landrover gesetzt, um die Tour fortzusetzen. Nun ging der entspannte Teil los: keine Verspätungen, weniger zu organisieren, weniger zu übersetzen,…
Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh Katie war, dass es zum Einen so wenige Leute für die 5 Tage waren und dann noch die Tatsache, dass es wir 3 waren. Später hat sie mir verraten, dass es die perfekte Besetzung war und sie mit keinem anderen aus der Gruppe so viel Spaß gehabt hätte. Und da kann ich nur zustimmen. Wir haben uns super verstanden, die ganze Zeit Späße gemacht und auch sonst hat es ziemlich gut gepasst: Katie und ich haben den gleichen Musik-, Bücher- und Filmgeschmack und oft das Gleiche gedacht, wenn mal wieder irgendwer dumme Fragen gestellt hat. Ach ja, Katie ist übrigens 26 Jahre alt. So wie ich das jetzt für euch beschreibe, klingt das vielleicht danach, dass ich Katie jetzt heiraten und hier in OZ bleiben werde, aber das ist gar nicht der Fall. Ich wollte nur deutlich machen, dass wir komplett auf einer Wellenlänge waren und das die Reise natürlich nur angenehmer macht. Wie auch immer, Katie war ein völlig anderer Mensch, nachdem wir nur noch zu viert unterwegs waren.
Von den letzten Tagen der Tour und in Alice müsst ihr euch allerdings noch gedulden. Ihr hattet jetzt genug zu lesen und meine Finger sind wundgetippt.
Nur eins noch: Herzlichen Glückwunsch an Nicole, die fröhliche Gewinnerin meines kleinen Preisausschreibens ;-)
Cya
maddin
Martin - so geht das doch nicht - erst machst du uns alle neugierig und dann lässt du uns rätselnd hängen...jetzt möchte ich doch wissen, was du an den zwei weiteren Tour-Tagen erlebt hast. Und ja, ich dachte tatsächlich: der Martin hat sich verliebt =). Schön wärs, denke ich mir. Aber einfach nur eine gute Zeit zu verbringen, scheint mir eine prima Alternative, vor allem, wo du doch jetzt bald nach Hause kommst! So - setze dich bald wieder an den kleinen ee.pc und erzähle den Rest deiner Geschichte. Viel Spaß beim Tennis und auch sonst noch in Melbourne! Denk daran mal auf einen Wochenendmarkt zu gehen, die sind einfach immer klasse.
AntwortenLöschenBisous, bisous.
Hallo, schade das es alles nicht so geklappt hat wie gedacht. Der Ayersrock ist wirklich sehr beeindruckend. Auf meinem Nächsten Urlaub werde ich dort auch mal ein paar Tage verbringen. LG Thomas
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