Freitag, 31. Dezember 2010

11 Stunden, die 22 Minuten definitiv rechtfertigen!



Happy New Year alle miteinander!!!

Mit zehnstündigem Vorsprung zu den meisten (oder allen?!?) von euch, bin ich ins Jahr 2011 gestartet! Ich hoffe, eure Vorsätze halten wenigstens ein paar Wochen und dass natürlich alles in Erfüllung geht, was ihr euch auch sonst so gewünscht habt.

Ich kann nun also einen Haken hinter „Silvester in Sydney“ machen :-D Mit mir können das wohl noch 1 Million andere Menschen an diesem Tag. Ich befand mich zum Jahreswechsel am berühmten Mrs. Macquaries Point, von welchem man eigentlich Oper UND Harbour Bridge sehen kann. Mir blieb der Blick auf die Oper leider verwehrt, da an diesem Punkt noch 25.000 andere Leute gefeiert haben und die besten Plätze natürlich nur gegen horrende Bezahlung zugänglich waren. Trotzdem war es super. Auch wenn ich mich bereits 13Uhr auf den Weg machen musste (sonst hätte es evtl. zu spät sein können) und ich somit sagenhafte 11 Stunden gewartet habe, hat es sich gelohnt. Zum einen, das ganze Spektakel an sich: Überall Menschen – wie auf nem Festival. Hier gab’s nur keine Musik, sondern Rums, Knall und Feuerwerk. Man konnte kein grünes Fleckchen Rasen mehr entdecken – und ich war im Botanischen Garten!!! :-D
Auf dem Wasser ging es da ähnlich zu. Die ersten Boote waren bereits am Vorabend eingekehrt und jetzt hat es sich erst so richtig gefüllt. Nachdem ich ein Plätzchen (nein, kein Weihnachtsgebäck) gefunden hatte, hieß es – richtig - WARTEN!!!!! (Und ja nicht, den erkämpften Platz aufgeben)

21Uhr stand dann zunächst das zehnminütige Familienfeuerwerk an, bevor es zum Jahreswechsel erst so richtig los ging. Ich habe noch versucht, einen halbwegs guten Platz zu ergattern und dann kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Zeitweise konnte ich 4 Feuerwerke gleichzeitig bestaunen!!! Da kann man zu Recht sagen, dass Sydney die „Silvester-Welthauptstadt“ ist. Umso komischer, dass nach dem 12minütigen Spektakel (ja, viiiieeeeel zu kurz) auf einmal alle Leute nach Hause gestürmt sind! Ich hab mich auch auf den Heimweg gemacht, da sich Rücken und Beine schon aufs Bett gefreut haben :-D
Alles in allem kann ich sagen, dass dieser Jahreswechsel schon etwas anderes war. Auch wenn ich ihn komplett ohne Freunde, Familie und Bekannte verbracht habe, war es ein Erlebnis und nun weiß ich: Weihnachten muss es für mich kalt und weiß sein, aber Silvester feiere ich gerne nochmal in Tshirt, Shorts und FlipFlops :-D

Das war’s auch schon mit meinem kurzen Silvester-Special. Staunt über die Bilder und bis bald!

Cya
Martin

P.S. An alle, die dachten, ich wäre mittlerweile zum Alkoholiker geworden: Mein Silvestertag bestand aus 2l Wasser, Thaifood und 1 heißen Schokolade!! Das ist doch schon mal ein guter Start in 2011 :-D

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Ein regenbedingter Zwischenhalt, anderes Weihnachten und 3,5 Wochen, die viel zu schnell vorbei sind!!


Kia ora!!

Irgendwann muss ich euch ja mal auf Neuseeländisch begrüßen, dachte ich mir mal (auch wenn ich inzwischen wieder in Sydney bin) :-D

Vorab noch eine kurze Anmerkung: Ich beende den Eintrag gerade in Christchurch auf dem Flughafen, was bedeutet, dass ich in diesem Prachtexemplar der weltweit zugänglichen Lesekunst acht vollgepackte Tage beschreiben werde. Deswegen jetzt schon mal Entschuldigung, für den wohl längsten aller meiner Enträge :-D

Ich beginne diesen Eintrag gerade am 24.12.2010 in Dunedin auf dem Campingplatz. Es ist 22:34Uhr, wir haben bereits „Weihnachten bei Hoppenstedts“ geguckt und ein paar Weihnachtslieder dudeln gerade. Das „richtige Feiern“, wenn man es so nennen kann kommt aber morgen. Jetzt aber erst mal der Reihe nach.
In der Nacht zu Dienstag (22.12.10) hat es mal wieder geregnet! Naja, irgendwie konnte man sich das ja schon denken, oder!?!? Wir irgendwie nicht und so haben wir die Wäsche draußen gelassen. Lars hat sich dann aber morgens um 2 Uhr todesmutig ins Unwetter gestürzt und die Wäsche hereingeholt. Queenstown haben wir am Morgen dann doch noch bei Sonnenschein in Richtung Te Anua und Milford Sound verlassen. Das soll ja landschaftlich eine der besten Regionen des Landes sein. Und das wollten wir natürlich überprüfen. Dass es dort 90% des Jahres regnet können wir inzwischen bestätigen. Es war so viel Regen, dass die einzige Straße, die dort hinführt, wegen Erdrutschgefahr geschlossen wurde. Mit der Hoffnung, am nächsten Tag doch noch die atemberaubende Landschaft sehen zu können, haben wir uns dort in der Nähe zum Übernachten hingestellt. Ach ja, Dienstagmorgen habe ich das nächste Buch zu lesen bekommen und konnte es aufgrund meiner Leselust am selben Nachmittag ausgelesen weiterreichen :-D
Obwohl es mal wieder die halbe Nacht durchgeregnet hat, war das Daumendrücken nicht umsonst: die Straße war offen (obwohl es mal wieder aus Eimern geschüttet hat). Die nächsten 35km gingen dann durch eine Art Tal. Wir waren links und rechts von Bergen umschlossen, die mehrere 100m hoch waren. Und aufgrund des Regens, konnte man unzählige Wasserfälle sehen. Nicht nur ab und zu, sondern die ganze Zeit!!! Aus jedem Berg kam das Wasser aus jeder nur erdenklichen Ritze hervorgeschossen– beeindruckend! Da hat der Regen doch mal was Gutes gehabt. Sonnenschein kann ja jeder haben :-D Aufgrund des Regens haben Jasmin und ich die Fotos während der Fahrt aus dem Camper gemacht. Mein erster Versuch das Fenster aufzumachen und einen Schnappschuss zu schießen kam aber einem Erlebnis mit 10 spuckenden Lamas gleich. Also erlebt hab ich das noch nicht, aber ich stelle es mir ähnlich nass vor :-D
In Milford Sound angekommen, hat der Regen dann tatsächlich mal für 15min aufgehört, was leider nur gerade so für ein paar Bilder gereicht hat. Danach hat’s wieder geschüttet und so haben wir uns gegen eine Bootstour (leider) und für die Rück- bzw. Weiterfahrt entschieden. Bei Riverton hat uns Lars dann noch überredet an einer Sandsteinhöhle zu halten – eine sehr gute Entscheidung. Natürlich war es nicht mit dem Erlebnis in Waitomo zu vergleichen, aber trotzdem cool: Wir sind mit Kopflampe durch eine kleine Höhle geklettert und haben sogar ein paar Glühwürmer gesehen. Unser Nachtquartier zu finden, war dann nicht so leicht, wie erwartet. Meine Vorschläge in der Wildnis am Straßenrand zu halten waren nicht wirklich gut genug, bis dann doch alle zu müde und hungrig waren, um weiter zu suchen. Zum Abendbrot haben wir uns Pellkartoffeln, Rührei und Quark gemacht – ihr könnt sicherlich schon ahnen, wie wahnsinnig gut mir das geschmeckt hat.
Am Donnerstag führte uns die Reise zunächst ins nahegelegene Invercargill, um sowohl Herrn Schorch aufzufüllen, als auch für uns etwas Essbares aufzutreiben. Nach einem kurzen Abstecher im Touristenzentrum (wo wir den Campingplatz über Weihnachten und eine Führung in der Cadbury-Schokoladenfabrik gebucht haben) stand aber relativ schnell fest, dass die Reise weitergeht. Außerdem habe ich noch versucht, mir einen Schlafplatz in Sydney zu organisieren. Bisher hatte ich nur eine Bleibe vom 2.-7.1. aber mein Plan war ja, schon am 29.12.10 hinzufliegen. Aber wie leicht es ist, für Silvester eine Bleibe in Sydney zu finden, brauch ich glaub ich nicht weiter im Detail erklären, oder?! Von Invercargill ging es der Küste entlang Richtung Norden, nächster Halt: Slope Point – der südlichste Festlandspunkt Neuseelands! Jetzt fehlen in meiner Sammlung „bloß“ noch Asien, Südafrika und Feuerland, dann hab ich auf der Südhalbkugel (abgesehen von der Antarktis) alle südlichsten Punkte abgegrast. Schaffen werde ich das hoffentlich noch irgendwann, aber dafür ist ja noch ein wenig Zeit. Danach haben wir in Curio Bay angehalten, wo wir 180 Millionen Jahre alte versteinerte, aber noch als solche erkennbare, Bäume bestaunt haben. Leckerbissen waren ein paar Pinguine und schönes Wetter. Nicht weit entfernt, haben wir an den Niagara Fällen angehalten. Ich sag mal so, ein wenig enttäuschend war es schon :-D Nee Quatsch, im Reiseführer stand schon, dass ein Kiwi die nur aus Spaß so benannt hat und deswegen waren wir ja auch da: Spaß! Aber dass dann gar keine Wasserfälle zu sehen waren, wo schon richtig lustig. Wir haben uns von Einheimischen erklären lassen, dass die Wasserfälle bei Ebbe vielleicht 30cm hoch sind und bei Flut (was gerade war) mal so gar nicht zu sehen sind – STIMMT, sag ich da bloß :-D

Dennoch hat sich dieser Abstecher gelohnt, denn wir bekamen den Geheimtipp der McLean Falls, und die gehören ja zu meinen absoluten Highlights von NZ! Ein Bild davon seht ihr schon im „Erdbebeneintrag“. Einfach atemberaubend schön!! Robert und ich (na gut, er ist nur rein, weil ich schon drin war) sind dann sogar noch baden gegangen. Es war sschweinekalt, aber ein super Erlebnis! Die nächsten, im Reiseführer als super angepriesenen Wasserfälle, waren dann eher eine Enttäuschung, weil sie (trotz des Regens der letzten Tage) einfach zu wenig Wasser führten. Das Wetter an diesem Tag war übrigens super. Was ich noch erwähnen wollte: Es hat richtig Spaß gemacht, den Camper über Schotterpisten zu schicken und es ist auch interessant, zu erleben, wie 3,5 Tonnen bei 25km/h und Seitenwind auf einmal anfangen mit dem Heck zu sliden :-D
Der eigentliche Tagesplan sah es vor, zur Dämmerung beim Nugget Point zu sein, wo wir Robben, Albatrosse, Delphine und Pinguine beobachten wollten. Zeitlich haben wir es nicht ganz geschafft, aber vorbeischauen wollten wir trotzdem. So ergab es sich, dass wir noch ein paar Fotos machen konnten, die Robben wenigstens gehört und direkt auf dem Parkplatz übernachtet haben. Das war von daher gut, dass wir zum Sonnenaufgang raus wollten, um das Naturschauspiel der aufbrechenden Tiere und den Aufgang der Sonne selbst beobachten wollten. Schließlich steht da ein alter Leuchtturm direkt am Meer, der ein gutes Motiv darstellt. Der Sonnenaufgang sollte aber bereits 5:41 sein und da war jeder froh, so dicht wie möglich am Geschehen zu sein. Nach einem kurzen aber netten Gespräch mit zwei Spaniern und Pasta zum Abendbrot ging es dann ins Bett.
Aus dem überfrühen Aufstehen wurde dann allerdings nichts – richtig: Es hat geregnet wie Sau! Und windig war es auch ganz schön (Zum Glück haben wir erst am nächsten Morgen bemerkt, dass ich vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen :-) ). Gegen 7Uhr war der Regen dann aber vorbei und wir haben uns heraus getraut. Für die große Anzahl Tiere war es leider schon zu spät (wir konnten nur die wahrscheinlich gleichen faulen Exemplare sehen, die wir am Vorabend gehört haben) und das Licht war auch nicht der Knaller. Aber ich lasse mich davon nicht abschrecken, bin „todesmutig“ für die Fotos auf eine Klippe geklettert und nach einem kleinen Exkurs mit Photoshop werden sich die Bilder dann doch sehen lassen können :-D

Nach dem Frühstück ging es dann Richtung Dunedin, da wir für 13:30Uhr die Führung in der Schokoladenfabrik geführt haben. Der Knaller war es leider nicht, aber sooo schlecht auch wieder nicht. Da es Weihnachtszeit war, konnten wir nicht in die Fabrik und die Probierexemplare, die wir bekamen, waren nahezu alle mit Marshmallows – keine Ahnung, was die daran so toll finden. Naja, aber ich will ja nicht nur meckern: Wir standen in einem Silo, wo es schon super drin gerochen hat und auf einmal fällt 1 Tonne flüssige Schokolade vor unseren Augen herunter! Das war es dann doch wert ;-) In der City hab ich mir dann noch mein eigenes Weihnachtsgeschenk gekauft und einpacken lassen, bevor wir auf den Campingplatz gedüst sind. Dort gab es super leckeres Abendessen: Pasta mit Muscheln, Shrimps, gebratenem Lachs und Zwiebeln und dazu lecker Salat. Danach gab es noch die kurze Version von „Weihnachten bei Hoppenstedts“, ein wenig Weihnachtsmusik (was mein Netbook halt so hergibt: John Lennon, Chris Rea, Sarah Connor, The Long Blondes, die Toten Hosen) und dann gab es doch noch Geschenke – bei uns bereits am 25.12. und in Deutschland am 24.12. – das ist doch mal Timing. Dann schon mal danke Muddi und Vaddi für die Aufmerksamkeiten (Suppe und Toffifee haben wir uns schmecken lassen und jetzt hab ich glatt noch ein zweites Addressbuch :-D). Gegen 3 Uhr morgens ging es dann ins Bett.

Am 25.12.10 sind wir dann gegen 12 Uhr aufgestanden und es gab mal so richtig leckeres Lunch: RESTE!! Pasta der letzten beiden Tage und Pizzabrot, dass wir vor 2 Tagen gekauft hatten. Dazu aber Orangen, lecker deutschen Christstollen und einen Schokodrink von Cadbury der weder Schokolade enthalten noch danach geschmeckt hat :-D Trotzdem war es super lecker (das Meiste).
Da ich ja bereits im Juli wusste, dass ich Weihnachten auf der Südhalbkugel verbringen werde, habe ich mir bereits da gesagt, dass ich baden gehen werde. Gesagt getan und so haben sich die 3 Männer in die Pazifikfluten in Dunedin gestürzt. Schnell hat sich einer verabschiedet und so haben sich nur noch Robert und ich von den Fluten durchspülen lassen. Mit den Worten: „Mir ist schweinekalt. Die Welle noch, dann geh ich raus!“, haben wir bestimmt noch 10 Wellen genommen und einmal war für mich ein Unterwassersalto integriert. Keine Angst, dem Rücken geht’s gut. Die Wellen waren echt der Wahnsinn. 2-3m hoch, aber eine gewaltige Kraft. Trotz dem Riesenspaß waren wir am Ende froh 25min heiß zu duschen. Wie ich am Ende erfahren habe, waren wir bei 12,7°C baden!!! Und das nennen die hier also Sommer?!?! :-D
Frisch geduscht und durchgefeudelt ging es dann zur Sandfly Bay, um Pinguine und Seelöwen zu beobachten. Ich wollte dann noch eine Muschel ausgraben, blieb aber erfolglos. Aber einige Seelöwen und einen Pinguin konnten wir dann doch noch bestaunen. Weihnachten haben wir dann mit einem leckeren Barbeque ausklingen lassen. Da war es also nun vorbei, dass 1. Weihnachten in der Fremde. Ich gebe zu, ich hatte es mir anders vorgestellt. So mit vielen Leuten, die irgendwie gemeinsam auf dem Campingplatz feiern – nix da. Alle ausgeflogen oder unter sich gefeiert. Trotzdem war es irgendwie schön.

Am nächsten Morgen (26.12.) hat uns Lars dann mit ein paar Weihnachtscookies zum Frühstück beglückt und so konnten wir gut gestärkt zur Baldwin Street fahren – der steilsten Straße der Welt. Im Durchschnitt wohl eine Steigung von 38%. Mit Herrn Schorch konnten wir dann leider nicht hoch, so mussten uns unsere Füße tragen. Anstrengende 186m, sag ich euch. Wir haben dann aus Spaß ein paar Cents runter gerollt und Lars hat das Kunststück vollbracht, sein Centstück AN DER STEILSTEN STRAßE DER WELT in einen 1,5m entfernten Gulli zu befördern :-D
Weiter ging die wilde Fahrt zu den Moeraki Boulders – das waren so runde Steine im Meer) und weiteren Pinguinbeobachtungspunkten. Ich merkte schon, dass das Wasser wohl doch etwas zu frisch für mich war und habe mich mit Paracetamol, Kopf- und Halsschmerzen im Camper verzogen, während die anderen die Tierwelt bestaunten. Schade, schade, aber eine gute Entscheidung, denn das war der einzige Tag, an dem es mir nicht gut ging. Zum Abendbrot haben wir uns dann eine Pilzsuppe schmecken lassen (Dank an den edlen Spender ;-) ).

Montag wollten wir bis Chrisrchurch fahren, um Neuseelands Südinselzentrum am Tag danach zu erkunden. Vorher gab’s noch einen Stopp in Timaru mit seinem Rummel – ein Rummel der Spitzenklasse sag ich euch!!! Man hat sich gefühlt wie in Meck-Pomm vor 40 Jahren (die schlauen Köpfchen unter euch, werden jetzt sagen: HÄÄÄÄHHH?!?!? Woher weiß der das?!? Da war er doch noch gar nicht auf der Welt?!? RICHTIG!! Aber ich nenne das jetzt mal künstlerische Freiheit oder literarisches Stilmittel :-D). So richtig beschreiben kann ich es gar nicht, aber hier die Highlights: ein halbaufgebautes Kettenkarussell, ein Geisterbahn, die eine Fläche von 20x20mx2m hatte und dazu noch eine Art GoKart mit rasenmäherbetriebenen Gefährten. Und die Hauptdarsteller sahen alle aus, als wenn sie in der eigenen Familie seit Generationen für die eigenen Nachkommen sorgen ;-) (das soll sich jetzt natürlich nicht auf das schöne Bundesland im Norden beziehen).
In Christchurch angekommen, war das Wetter immer noch super und so ging es an den Strand, da Robert und Lars baden wollten und ich in die dortige Bibliothek, um mir mithilfe des kostenlosen Internets, doch noch eine Bleibe in Sydney zu organisieren. Ergebnis: Das Internet war „ausverkauft“ :-D und die beiden waren baden. Vor dem Essen gab es ein kleines Fotoshooting, dann Reiscurry am Strand und auf zur Übernachtungssuche. Wildcampen über den Dächern Christchurchs war angesagt. Leider viel zu spät, haben wir den gemeinsamen Nenner gefunden, 3-4 Nächte am Stück wild zu campen, um Geld zu sparen und Erfahrungen zu sammeln.

Am nächsten Morgen hat es mal wieder geregnet und so haben wir den Plan, zum nahegelegenen Hafen zu fahren, um Pinguine zu bestaunen, verworfen und sind gleich zum Wildlife Park gefahren, um endlich mal eine(n) Kiwi außerhalb der Obsttheke des Supermarktes zu sehen. Das Wetter wurde nicht wirklich besser und so haben sich auch die meisten Tiere eine Auszeit gegönnt. Den Kiwi gab’s nur per Kamera zu sehen, eine Tigerfütterung durften wir bestaunen, Giraffen aus der Nähe sehen und sonst noch so einige Tiere begutachten – und der Regen war gratis!! Mit trockenen Socken ging es in die City, um doch noch etwas ohne Wasser an diesem Tag zu machen. Dort haben wir erst mal erfahren, dass es am Boxing Day (was ja hier Weihnachten ist) 15(!!!) Erdbeben in Christchurch gab und eines davon schlimmer als das vom September war (der Autor berichtete bereits). Einige Häuser sahen schon ganz schön mitgenommen aus. Ich war dann erst mal froh, die städtische Bibliothek inklusive Internet gefunden zu haben und mir eine Unterkunft in Sydney zu sichern (den Preis werde ich noch erfahren, ein bisschen Nervenkitzel muss ja auch sein;-) ).
Nach leckeren Pellkartoffeln mitten in der City (und durch die Bibliotheksnähe mit Internet im Auto – ein Luxus sag ich euch), ging es auf Quartiersuche. Wir hatten relativ schnell was gefunden, ich meine Sachen gepackt und dann haben wir uns noch mit Würfelspielen die Zeit vertrieben. In der Nacht sind wir dann nur ein paar Mal wegen Schussgeräuschen aufgewacht – nix Dramatisches :-D Am nächsten Morgen haben wir dann gesehen, dass wir in der Nähe eines Schießvereins übernachtet hatten. Bleibt trotzdem noch die Frage, wer sich da mitten in der Nacht herumtreibt.
Am Mittwoch, den 29.12.10, hat dann um 6 der Wecker geklingelt, da mich Tick, Trick und Track zeitig am Flughafen rausschmeißen wollten, um rechtzeitig bei ihrem Whale watching zu sein. So blieb mir die Zeit, meine elektronischen Geräte aufzuladen und mir mal wieder meine Finger für euch wundzuschreiben!!

Da ist sie also schon vorbei, die Zeit im Land der kackenden Schafe! 3,5 tolle, regenreiche Woche. Schade, dass es doch sooooo schnell vorbei ist, aber irgendwie freu ich mich dann doch auf ein eigenes Bett ;-)

Jetzt werde ich noch ein zehntes Mal gucken, ob ich Ticket und Ausweis dabei habe, versuchen, das hier für euch online zu stellen und dann mal ein wenig entspannen.

Bleibt mir noch nur zu sagen: Guten Rutsch, wir hören/lesen/sehen und 2011

Cya
Maddin

P.S. Jetzt hätt ich fast vergessen, vom unglaublichen Radiosender hier zu erzählen. Er hat uns über eine Woche mit einem nicht allzu bunten Blumenstrauß musikalischer Meisterwerke beglückt. 90% der Musik stammen von Pearl Jam, den Foo Fighters, U2, ozzy osbourne, green day, nirvana, bon jovi, metallica, the clash, the doors, oasis, rolling stones. Und jede Band ist dam it 1, aber höchstens 3 verschiedenen Liedern repräsentiert. Trotzdem ein klasse Sender!!

P.P.S. Inzwischen bin ich heil in Sydney angekommen, teile mir das Hostelzimmer mit 2 Engländern und drei zickigen, dummen, deutschen Blondinen. Das wird ein Spaß. Werde dort aber wohl am 6.1. auschecken und mal schauen, wo es mich dann hintreibt.

Montag, 27. Dezember 2010

Keine Bange, allet jut!


Hey, wir stehen gerade vor der Bibliothek in Christchurch, nutzen das kostenlose Internet und machen mal wieder lecker Pellkartoffeln mit Spiegelei.
Aufgrund mehrfacher Anfrage: Wir haben vom starken Erdbeben nix mitbekommen! Nur als die 3 Musketiere gerade bei ihrem Hostel vorbeischauen wollten, gabs nen Schreck: GESCHLOSSEN!!! Sie haben sich was anderes und besseres organisiert und alles ist gut. Ich hab auch ne Unterkunft in Sydney gefunden und so ist alles gut. Morgen gehts für mich dann nach Sydney und da werd ich auch mal versuchen, ein paar Bilder hochzuladen (und auzuschlafen :-D).

Euch allen nen guten Rutsch und wir hören/sehen/lesen und 2011

maddin

P.S. Nach Gesprächen mit Einheimischen haben wir erfahren, dass es am boxing day 15 Beben gab und das schlimmste Beben eigentlich stärker war, als das vom September. Zwar auf der Richterskala geringer eingestuft (5,4), aber stärker an der Oberfläche hat es hier so einigen Schaden angerichtet.

Na gut, ich ess jetzt mal und dann muss ich auch schon Sachen packen und ins Bettchen :-D

Montag, 20. Dezember 2010

Ein einmaliges Erlebnis und tolle Tage in Wellington



Ich hoffe, die Internetleitungen bei euch sind inzwischen nicht eingefroren oder eingeschneit, sodass ihr das hier lesen könnt. Denn ich werde u.a. vom bisher besten Tag in NZ berichten.
Nach dem Stinkeerlebnis in Rotorua sind wir am Donnerstagmorgen (9.12.10) nach Schwefel stinkend nach Waitomo Village gefahren, um uns millionen Jahre alte Höhlensysteme anzuschauen. Wie haben uns für ein Paket mit 27m Abseilen, Millionen Glühwürmern, einer Art Rafting, gucken, staunen, durch Wasser waten, 27m wieder herausklettern, staunen und gucken, staunen, duschen und Tomatensuppe entschieden. Alles in allem waren es 5 Stunden Riesenspaß, den ich meinem Rücken zumuten konnte (am nächsten Tag gab es ja eine Pause) und ich kann gar nicht oft genug sagen, was das für ein geiles Erlebnis war! YEAH!!!!!! Da wir am Freitag am Lake Taupo entspannen wollten, haben wir uns noch dafür entschieden, noch ein Weilchen zu fahren, auch wenn wir etwas müde waren. Somit haben sich Robert und Lars um die Navigation gekümmert und Jasmin und ich während der Fahrt Kartoffeln, Zwiebeln und Champignons pfannen- bzw. topffertig gemacht, um schneller essen zu können. Irgendwie ist es schon ein Spaß, sowas während der Fahrt zu machen. Mal schauen, ob wir am Ende ein komplettes 3-Gänge-Menü auf diese Weise gezaubert kriegen :-D Nachdem wir uns dann Bratkartoffeln mit Spiegelei haben schmecken lassen, sind wir einfach am Straßenrand stehen geblieben und haben dort übernachtet. Mulmig wurde uns nur kurz, als mitten in der Nacht ein LKW angehalten hat und mehrere Minuten nicht weitergefahren ist :-D
Freitag habe ich mich dann wieder hinters Steuer gesetzt (dieses Mal nicht ganz so souverän, muss ich zugeben). Am frühen Nachmittag sind wir auf dem Campingplatz in whakapapa angekommen, haben 3 Ladungen Wäsche gewaschen, Postkarten geschrieben (meine werde ich erst in OZ losschicken, um die Briefmarkenkosten zu sparen :-D) und uns ein leckeres Abendessen gezaubert: BBQ, Salat, Kiwis und mal wieder einem interessanten Drink von Bundaberg (den insgesamt dritten). Damit haben wir vor ein paar Tagen begonnen und wir wollen das jetzt bis zum Ende (jede Sorte) durchziehen. So richtig geschmeckt hat bisher nur einer, aber das ist ja der Spaß.

Am Sonnabend wollten wir eigentlich eine Tageswanderung durch den Tongariro Nationalpark unternehmen, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Da der Wetterbericht für Sonntag auch nicht viel besser aussah, haben wir beschlossen, gleich Richtung Wellington zu fahren und uns dann dort einen Tag länger aufzuhalten – eine gute Entscheidung, wie sich später herausstellen sollte. Da unsere Wäsche nicht trocken bzw. wieder nass war, glich das Innere von „Herrn Schorch“, wie wir unsern Camper genannt haben, einem einzigen Trockenraum.
Obwohl wir die meiste Zeit des Tages im Auto verbracht haben, gab es doch noch ein Highlight. Wir wollten uns in Foxton das „Trolley Bus Museum“ anschauen. Als Eberswalder muss man sich doch mal die neuseeländischen O-Busse anschauen. Das Museum war leider schon zu, aber einerseits standen genug der alten Schätze draußen und dann hatten wir noch das Glück, dass auf dem gleichen Grundstück eine lokale Radiostation war – die auch noch in Betrieb war. So bekamen wir eine persönliche Führung in 2 der 3 Studios von „Radio Foxton“. Abends in Wellington angekommen gab’s noch Abendbrot (Reiscurry, Kuchen, Orangen, Gewürzgurken und das nächste Bundaberg – ja, wir lassen es uns schmecken :-D) bevor wir entschlossen haben, was wir am nächsten Tag unternehmen würden.

Den kompletten Sonntag haben wir dann im „Te Papa“ Nationalmuseum verbracht. Es war echt super. Da kann sich die neuseeländische Hauptstadt schon sehen lassen. Nicht nur, dass es kostenlos war (ich hab dann natürlich noch gespendet, weil’s so klasse war) – es war genial: Interaktiv, interessant, beeindruckend, spaßig,….. Über neuseeländische Geschichte, Maori-Künste, Sport, Flora und Fauna, den weltgrößten Tintenfisch, einen kleinen Regenwald, den Commonwealth, Mode, Musik und Geologie war alles dabei. Sicherlich habe ich da jetzt was vergessen. Auch ein Erdbeben wurde in einer kleinen Hütte simuliert. Und man konnte sooooo viel ausprobieren – das macht die ganze Sache ja noch doppelt interessant. Naja, und das es kostenloses Internet gab, habt ihr ja sicherlich schon mitbekommen :-D Abends sind wir dann noch zum Italiener gegangen, was nicht ganz optimal lief, aber dennoch ganz OK war.

Am Montag haben wir uns dann dem botanischen Garten, dem Regierungsgebäude (samt Touri-Tour) und dem für Wellington so berühmten „Cable Car“ samt Museum gewidmet. Ich habe mich allerdings bei einigen Sachen ausgeklinkt und mich mal ein wenig entspannt.
Fürs Abendessen hatten wir uns „einen aufsteigenden Stern des Restauranthimmels von Wellington“ aus dem Reiseführer gesucht. Versprochen wurde uns halbwegs preisgünstiges, aber vor allem gutes Maori-Food. An der angeblichen Adresse erwartete uns allerdings ein heruntergekommenes und geschlossenes Thai-Restaurant. Der war der Stern wohl doch schon wieder untergegangen:-D Nach kurzer Sucherei haben wir aber ein sehr leckeres und chilliges spanisches Restaurant gefunden, aus welchem wir alle gut gesättigt wieder losgezogen sind.

Da wir uns ja Dienstag auf die Fähre nach Picton begeben würden, blieb uns an diesem Tag nicht mehr ganz so viel Zeit. Dennoch haben wir den Vormittag nicht tatenlos vorbeiziehen lassen: Gefrühstückt wurde in einer deutschen Bäckerei. Ich kann euch gar nicht sagen, wie lecker das war. Wir haben dann auch gleich noch 2 Brote mitgenommen :-D Gut gestärkt, haben wir „Herrn Schorch“ noch auf den Mt. Victoria geschleppt, um dort (hoffentlich) einen guten Blick über die Stadt zu haben. Die Sichtweite betrug vlt. 200m und wir haben wir Wolken an uns vorbeiziehen sehen. Naja, interessant war es schon und man kann ja nicht immer Glück haben. Vor der Fähre ging es dann nochmal kurz ins „Te Papa“, weil wir am Sonntag das Mini-NZ ausgelassen hatten – einer kleinen regenwaldartigen Anlage. Danach ging es dann allerdings schon auf die Fähre, welche uns in etwas mehr als drei Stunden auf den Norden der Südinsel bringen wird. Und da bin ich auch schon im Hier und jetzt angekommen.
Während ich mich jetzt ein wenig ausruhe, diesen Eintrag beende, mit den anderen die groben Reiseziele für die nächsten 2 Wochen heraussuche und die wolkige Sicht aus der Fähre heraus genieße, hoffe ich, dass es euch allen gutgeht, ihr wenigstens schon angefangen habt, die Weihnachtsgeschenke zu kaufen und ihr mal ein wenig Ruhe vom Schnee bekommt :-)

Da ich auch nicht weiß, wann ich wieder ins Internet komme, wünsch ich euch schon mal n schönen 4. Advent, frohe Weihnachten und das ganze restliche Gesabbel dazu :-D

Cya
Martin

P.S. Da ist mir ja glatt noch was Berichtenswertes eingefallen. Ich hab seit Monaten mal wieder ein Buch gelesen. Die 211 Seiten waren in 4 Tagen verschlungen und es hat Spaß auf mehr gemacht :-D

P.P.S Den Eintrag stelle ich gerade in Queenstown ins Netz, aber was ich dort so erlebt habe, foglt etwas zeitversetzt ;-)

Samstag, 11. Dezember 2010

Byebye Melbourne & Willkommen im Land der Schafe


Hallo zusammen!

Inzwischen bin ich im Land der kackenden Schafe angekommen und dieser Eintrag ist mal wieder vorgeschrieben (in mehreren Teilen; also nicht wundern, wenn es nicht ganz soooo flüssig zu lesen ist :-D), aber ich will euch natürlich trotzdem auf dem Laufenden halten und eure Phantasie zunächst durch meine letzten Tage in Melbourne und dann meine aufregende Zeit in Neuseeland führen.

Die letzte Woche in Melbourne war hauptsächlich von viel Regen und der Vorfreude auf NZ geprägt. In der Stadt war ich aufgrund des Wetters und der Rückenschonung nicht mehr. Allerdings wollte ich mir noch einen neuen Haarschnitt geben lassen. Könnt ihr euch noch an meinen letzten Haarschnitt von dem 12jährigen Jungen erinnern? Dieses Mal sind die Haare nicht bunt, das Ergebnis ist aber ähnlich. Eigentlich sollte Marty mit der Haarschneidemaschine nur alles auf die gleiche Länge bringen. Naja, angefangen hat er ganz gut! Auf einmal hat es sich auf meinem Kopf dann irgendwie anders angefühlt und im gleichen Moment seh ich den Aufsatz auf den Boden fallen :-D
Nach riesigem Gelächter von uns beiden habe ich mich dann doch dafür entschieden, nicht komplett alles kahl zu machen.
Den letzten Abend hab ich mit Marty und ein paar Kumpels dann in einem Pub verbracht und wir haben wieder in seiner alten Wohnung übernachtet, bevor er mich dann am nächsten Morgen (leicht verkatert) zur Busstation gebracht hat. Somit hab ich die erste und letzte Nacht in MB an gleicher Stelle verbracht. Australien hab ich dann (vorerst) am Sonnabendvormittag mit leichter Verspätung, aber purem Sonnenschein verlassen, um 3 Flug- und 2 Zeitverschiebungsstunden später von Robert, Jasmin und Lars am Flughafen von Auckland empfangen zu werden. Die Freude war riesig!!!!!
Mit dem Mietwagen ging es dann in Auckland gleich noch zu 2 Hügeln (einer davon war der „One Tree Hill“), von wo aus man die Stadt überblicken konnte. Und auf dem Weg dahin haben wir im Prinzip nur Schafe gesehen: große, kleine, dicke, dünne, lange, schmale, junge, alte..und sogar rosa Schafe (sind die für rosa Pullover? Jasmin und ich versuchen noch, es herauszufinden). Abends hab ich mir mit Lars noch ne leckere Pizza gegönnt, während sich Robert und Jasmante um Jasmins Sonnenbrand gekümmert haben. Ich kann euch gar nicht sagen, wie froh sie über meine After-Sun-Lotion war:-D
Sonntag hat dann 7Uhr morgens der Wecker geklingelt, da eine Tour in den Norden der Insel anstand. Auf dem Weg zu den weltberühmten Kauri-Bäumen haben wir zuvor noch am „angeblich besten Museum des Landes“ (Zitat der Ticketverkäuferin) – dem Kauri-Museum – angehalten. Es war schon ganz interessant zu sehen, wie solche Riesenbäume gefällt und verarbeitet werden und so weiter. Dann gab’s auch noch die größte Bernsteinsammlung des Landes. Jetzt weiß ich auch endlich, wo das Bernsteinzimmer ist ;-) Wir waren dann doch relativ schnell wieder weg – nachdem Robert und ich fast noch das Museum abgefackelt hätten, weil wir beinahe nen Kurzschluss in der Plastikkuh inklusive Melkattrappe provoziert haben. Dann sind wir zum längsten, mit dem Auto befahrbaren Strand von NZ gefahren. Naja, es war halt ein Strand mit Wasser bis zum Horizont. Jetzt nicht so der Knaller – aber dennoch irgendwie romantisch, meinte Robert. Gerochen hat es nach Walpisse (darauf haben wir uns zumindest geeinigt). Die Füße wollte ich dann aber doch noch mal ins Wasser halten. Dort haben wir dann noch einen Einheimischen getroffen, der gerade Muscheln ausgebuddelt hat. Robert hat sich dann auch mal darin probiert, war erfolgreich und so haben Lars, Robert und ich den frischen Fang dann gleich mal probiert. Hat nicht wirklich nach viel geschmeckt, muss ich zugeben. Dann ging es endlich zu den Kauri-Bäumen, die mit bis zu 2000 Jahren auf dem Buckel, einem Stammdurchmesser von bis zu 6m und einem Stammvolumen von 2800 Kubikmetern schon ganz schön beeindruckend sind. Aufgrund des warmen Wetters haben wir dann noch eine kleine Badepause in einem kleinen See gemacht. Gegen 0Uhr und nach 600km waren wir dann wieder im Hostel. Die letzten 70km haben wir aber mehr als nur ein bisschen gezittert, weil das Benzin so gut wie alle war und wir weit und breit keine Tankstelle entdecken konnten. Notrufsäulen gab es alle 500m, aber keine petrol stations. Wir haben es dann aber doch gerade so geschafft und sind todmüde ins Bett gefallen, da es am nächsten Tag wieder sehr früh raus ging, um uns zum Camper-Verleih und den Mietwagen wieder zurück zum Besitzer zu bringen.

Diesen Teil des Eintrags schreibe ich gerade um kurz vor 0 Uhr auf einer verregneten Bank in einer lauwarmen Sommernacht (mensch, wie romantisch, und das ohne Walpisse :-D). Die 3 „Erwachsenen“ versuchen gerade, sich im Camper irgendwie einzurichten, denn unsere erste Nacht darin steht an. Nachdem heute Morgen ja wieder viel zu früh der Wecker geklingelt hat (Robert: „Wir sind im Urlaub. Schlafen können wir auch zuhause“ :-D), haben wir das Hostel in Auckland verlassen und sind mit dem Mietwagen Richtung Flughafen gedüst, um Robert und Jasmin samt Gepäck vor dem Camper abzuladen. Lars und ich sind dann wieder in die City, haben den Mietwagen weggebracht und glücklicherweise einen Gutschein, für den Shuttle-Bus bekommen. Sagenhafte 45min später, waren wir dann am Flughafen. Eigentlich ist die Strecke nicht wirklich lang, aber die Kiwis haben das mit dem Verkehr nicht wirklich begriffen. Hier ein Beispiel aus Auckland: große Kreuzung, viele Autos. Sagen wir mal Nord- und Südrichtung haben grün. Alle Fußgänger haben rot. Danach haben ALLE Fußgänger grün und ALLE Autos rot. Dann grün für West und Nord. Danach wieder ALLE Fußis grün, Autos ALLE rot. Und von vorne der ganze Spaß. Echt bekloppt!
Naja, irgendwann hatten wir dann doch den Camper und los ging die wilde Fahrt. Als erstes haben wir einige Besorgungen und uns mit dem überdimensionalen Gefährt vertraut gemacht. Da das alles dann doch relativ lang gedauert hat, haben wir beschlossen, nur noch einen Campingplatz in der Gegend zu suchen, die wir uns am nächsten Tag anschauen wollten – so ging es Richtung Nordosten und wir haben uns für den 2. Campingplatz entschieden. Es war ein 5-Sterne-Campingplatz mit einem Pool, der von den regionalen heißen Quellen erhitzt wird. Und die Einrichtungen waren auch super. Preislich war alles bestens. Zum Abendbrot gabs lecker Pasta und endlich mal wieder Obstsalat. Ich kann gar nicht beschreiben, wie froh ich darüber war. Dazu haben wir uns noch eine frische Kokosnuss gegönnt. Vor dem Schlafen und nach dem Frühstück am nächsten Morgen haben wir uns dann noch im Pool entspannt. Das hatten wir uns auch verdient.
Ach ja, Montagmorgen hat uns doch tatsächlich der NikoLARS was in unsere Schuhe gesteckt :-D

Am Dienstag hatten wir dann einen Teil der Ostküste der Nordinsel auf dem Plan. Genauer gesagt: Cathedral Cove und den Hot Water Beach. Zunächst ging es zum Hot Water Beach, wo sich uns ein interessantes Bild geboten hat: Zahlreiche Touristen stehen am Strand und buddeln sich ihre eigenen Löcher, um sich dann hineinzulegen. Der Grund dafür befindet sich einige 100m oder evtl. schon km unter der Oberfläche: heiße Quellen, die bei Ebbe heißes Wasser an die Oberfläche befördern. So hatten sich die Touris ihren eigenen hot pool gebaut. Robert und ich haben uns auch mal ein paar Minuten in solch einer matschigen Angelegenheit gewälzt. Das Wasser war an einigen anderen Stellen so heiß, dass man nicht hineintreten konnte. Es war schon interessant: Das Wasser im Meer (wo wir auch baden waren), war erfrischend und keine 2m weiter, konnte man sich die Füße verbrennen. Die Cathedral Cove kann man ein bisschen mit dem Trip an der Great Ocean Road vergleichen. Toller Strand und imposante Felsformationen. Auch hier habe ich mir einen Sprung ins kalte und erfrischende Nass gegönnt. Das wars dann auch fast schon vom Dienstag. Ich bin das 1. Mal den riesigen Van gefahren und habe uns abends gegen 20.45Uhr auf den nächsten Campingplatz (wieder mit hot pool) gesteuert und zum Abendbrot gab es – richtig – Pasta :-D

Mittwochmorgen haben wir früh gefrühstückt, um noch in den hot pool zu springen. Gesagt, getan. Ich habe mir aber weniger Entspannung gegönnt und dafür ein gutes Aquatraining für meinen Rücken durchgeführt. Losgefahren sind wir dann bei Regen und das Ziel hieß Rotorua mit dem dazugehörigen Schwefelsee. Da wir doch länger als geplant unterwegs waren, wollten wir unterwegs was essen und in einem Reiseführer konnten wir einen Tipp für gutes und billiges Seafood entdecken. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Als wir dort ankamen, war es dann doch nicht das, was wir erwartet hatten. Wir waren auf einer Forellenfarm gelandet und das was man günstig erwerben konnte war Fischfutter und keine leckeren Köstlichkeiten :-D
Wir haben es mit seeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr viel Humor genommen und haben uns dann noch die Farm angeschaut, bevor es nach Rotorua ging. Dort angekommen hat es schon gestunken, als wenn ein Laster mit 100000000 verrotteten Eiern umgefallen ist. Da das uns aber noch nicht extrem genug war, sind wir ins „Thermal Wonderland“ gefahren. Nein, das ist keine Schwimmbad mi Entspannungsbecken, Sauna und tollen Wasserrutschen, sondern eine Art Schwefellandschaft mit Geysir, Schwefelpools mit Wasserarben aller Art, Kratern und viel blubberndem und stinkendem Zeug. Das hat gestunken sag ich euch. Da könnt ihr froh sein, dass noch keine Bilder mit Geruch erfunden sind :-D Beeindruckend war es trotzdem, das gebe ich gerne zu.

Von dort haben wir uns dann auf den Weg nach Waitomo gemacht, was am nächsten Tag erkundet werden sollte. Im Supermarkt gab es dann eine regelrechte Verkostung. Von Weihnachtskuchen, Ananas, Schinken, Käse, Würstchen, nochmal Kuchen, Schokolade und Hummer war alles dabei. Nach dem Abendessen (lecker Wraps, das 1. Essen im Van) sind wir satt, müde, zufrieden und nach Schwefel stinkend eingeschlafen :-)

Das war mein erster (und ziemlich langer Eintrag, wie ich gerade sehe) aus Neuseeland. Ich hoffe, er bringt wenigstens etwas von dem rüber, was ich hier erlebe. Da diese Einträge ja schon vorgefertigt sind, kann ich euch versprechen, dass der nächste Eintrag bald kommt.

Lass es euch gut gehen,
maddin

P.S. Aufgrund des seltenen Internetzuganges (momentan sitze ich im Te Papa Museum in Wellington) sind die Einträge etwas länger :-D