Guten Morgen aus Dubai!!!
Nach „nur“ 13 Stunden im Flieger, halbwegs gutem Essen, 2 Filmen und ein paar Turbulenzen bin ich, ohne den gedachten Zwischenstopp in Bangkok, um 5.20Uhr Ortszeit in Dubai angekommen. Mich erwarteten 25°C (hier ist Winter) und viel zu gemächliche Visabeamte. Nachdem ich mehrmals hin und her gescheut wurde (ohne Sinn und Zweck, wie sich im Nachhinein herausgestellt hatte), habe ich dann nach 1,5h Warten doch den Stempel für meinen zweitägigen Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen. Eigentlich war der Plan nun, mir noch im Flughafen ein Hostel rauszusuchen, was mich die nächsten 2 Tage beherbergen möchte. Von Australien war ich es gewohnt, dass dort riesige Listen und unzählige Shuttle-Busse zur Verfügung stehen, die einem das Backpacker-Leben leicht machen. Hier war es, wie ihr euch sicherlich denken könnt, nicht der Fall. So bin ich erst mal zu einem Hotel gefahren, habe mich dort aber ganz schnell wieder vom Acker gemacht, als ich die Preie erfahren habe. Glücklicherweise sind die Taxis hier sehr günstig, dass mich dich 20minütige Fahrt zum YHA Hostel nur 4Euro gekostet hat.
Dort habe ich dann schnell eingecheckt und mich noch an der Rezeption 2 Deutschen angeschlossen, die in die Stadt wollten. Da ich keinen Schimmer hatte, was man sich hier so angucken kann und alles in Gesellschaft immer mehr Spaß macht, waren die Rucksäcke schnell aufs Bett geschmissen und wir auf dem Weg in die Altstadt von Dubai. Es hat großen Spaß gemacht, diesen – echt arabischen – Teil der Stadt zu erkunden: Moscheen, kleine Gassen, alte Gebäude, Märkte und…..so gut wie keine Frauen auf der Straße. Da wurde Jessica ziemlich schnell zum unfreiwilligen Hingucker :-D
Danach gab es für 60Cent Eintritt pro Person noch ein bisschen Geschichte und Kultur im Museum von Dubai, bevor wir nach 2 Fahrten mit dem traditionellen Wassertaxis (20 Cent pro Fahrt), arabischem Tee und ein paar Datteln sind wir mit dem Taxi (1. Weil wir kein Bus-/Metroticket bekommen konnten; 2. Weil es saugünstig war) zum „Burj Kalifa“ gefahren sind – dem größten Gebäude der Welt. 808m hoch, bei gutem Wetter aus 95km Entfernung zu sehen, bis zu 12.000 Arbeiter haben gleichzeitig dran gearbeitet, mit über 200 Stockwerken, die meisten der Welt, schon der 530m hohe Rohbau war das größte Haus der Welt, eine Glasfassade mit über 240.000m Glas,….so könnte ich jetzt noch ein Weilchen weiter machen. Nur ein Detail noch: Es hat bis zu 30min gedauert, den Zement während der Bauphase von unten nach oben zu pumpen!! Naja, hier muss halt alles ein, zwei, drei oder vier bisschen größer und toller sein, als im Rest der Welt.
Leider war es total windig, was die Luft total nebelig vom Sand gemacht hat und man vom Rest der Skyline ungefähr so viel sehen konnte, wie Inge Koschmidder vor der Morgentoilette. Um das Mini-Las-Vegas auch noch von oben bestaunen zu können, haben sich Jessia, Sebastian und ich noch ein Ticket für die Aussichtsplattform (ganz genau, mit über 400m Höhe, die höchste der Welt) um 22.30Uhr geholt. So mussten wir nur noch 8 Stunden Zeit totschlagen. Das war nicht sonderlich schwer, denn gleich nebenan gab es ein Einkaufszentrum mit 1200 Läden, einer Eislaufbahn der Größe eines Eishockeyfeldes, das größte Aquarium der Welt in einem Einkaufszentrum und auch sonst noch genug zum Staunen. Nach einigem Suchen habe ich auch endlich ein neues Portmonee gefunden (nachdem aus meinem anderen schon die Münzen rausgefallen sind :-D) und auch sonst hatte ich zuschlagen können: Ein neues Snowboard der Saison 2010 für 300 Euro; Tshirts, die ich in factory outlet in Torquay für 30 Euro gesehen habe gabs hier für 13Euro. Leider hatte ich keinen Platz mehr im Rucksack und das Geld ist auch alle :-D
Es gab natürlich auch das Gegenteil: Chanel, Dior, Armani, D&C,…. Aber diesen Teil der mall hab ich mal getrost weggelassen :-D
Am Nachmittag sind wir dann nochmal zum Strand gefahren, denn man kann ja nicht in Dubai sein, ohne das Meer und das Burj al Arab (das (ehemals??!) teuerste Hotel der Welt) gesehen zu haben! Es war immer noch sehr sandig in der Luft und das Wasser war leider auch kälter als erwartet. Auf dem Rückweg haben wir dann noch arabischen Kaffee mit ein paar Einheimischen getrunken und uns erklären lassen, wie man Rennboote auf traditionelle Art und Weise baut.
Zurück am Burj Kalifa haben wir uns dann um 22.30Uhr auf den Weg zur Aussichtsplattform im 124. Stockwerk gemacht. Die Fahrstuhlfahrt hat nur ca. 60 Sekunden gedauert und schon kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Sand in der Luft hatte sich glücklicherweise gelegt und so kam das Surreale dieser Wüstenstadt noch mehr zur Geltung. Nichtsdestotrotz war es einfach nur atemberaubend!! 0Uhr war ich dann total übermüdet endlich im Bett und konnte etwas schlafen. Meine biologische Uhr war ja schließlich noch auf Melbourne eingestellt, wo es zu diesem Zeitpunkt bereits 7Uhr morgens war.
Meinen zweiten und letzten Tag in Dubai, bevor es Donnerstagfrüh nach Frankfurt/Main weiterging, habe ich dann ganz relaxt im Hostel verbracht, war im Pool schwimmen, habe Regen in Dubai erlebt, mich mit meinen Zimmernachbarn aus Holland, Spanien und Frankreich undterhalten und mit meinem Rucksack gekämpft. Schließlich musste ich ja Flipflops gegen Socken und Schuhe und T-Shirt gegen Fleecejacke und Pullover tauschen :-D
Mein kurzer Aufenthalt in Dubai war echt interessant, aber wohnen würde ich hier glaube ich nicht. Es kann natürlich auch am riesigen Kulturschock liegen. Ich kam aus Melbourne, wo jeder relaxed, laid-back, freundlich und hilfsbereit war. Die Mädels immer mit einem Lächeln auf den Lippen und an sonnigen Tagen mit Bikini bekleidet und die Männer meist in boardies und dem Spruch „How is it going, buddy?!“ auf den Lippen. Hier waren 95% der Frauen in Burka verhüllt, die meisten Männer trugen das traditionelle Gewand oder einen Anzug und angesprochen wurde man folgendermaßen: „How can I help you, Sir?!“. Das ist schon eine ganze schöne Umstellung und ich denke, dass ich die erste Variante bevorzuge. Außerdem wird, nachdem man hier eine Weile wohnt, das Wort „Feinstaub“ wohl zu deinem besten Freund :-D Auch der Unterschied zwischen dem traditionellen und hochmodernen Teil der Stadt zu erleben, war mehr als interessant.
Nun ist mein siebenmonatiges Abenteuer also endgültig vorbei und auch jetzt werde ich nicht sentimental werden. Aber keine Angst, wer noch weiter von mir hören will, kann das ja bald persönlich und dann wird es wohl demnächst (im Februar :-D) noch einen kurzen zusammenfassenden (wenn das bei 7 Monaten überhaupt möglich ist) Eintrag geben, in dem ich auch versuchen werde, mal interessante und kuriose Fakten ans Tageslicht zu bringen. Eine Art „Hinter den Kulissen also“ :-D
Dann verabschiede ich mich also das letzte Mal aus dem Ausland (vorerst), wünsche euch eine schöne Woche und bis bald
Martin
P.S. Eingestellt ist dieser Eintrag in Mainz – ich bin also heil wieder auf deutschem Boden gelandet!! Leider gibts erstmal keine Fotos (Upload klappt nicht), aber alle nötigen Bilder habe ich im Album hochgeladen!
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